10/07/2026
"Vielleicht sehe ich das falsch."
"Vielleicht übertreibe ich."
"Vielleicht sollte ich noch eine Nacht darüber schlafen."
Jeder dieser Gedanken wirkt für sich genommen harmlos.
Zusammen verändern sie jedoch etwas.
Sie entfernen dich Schritt für Schritt
von dem, was du eigentlich längst wahrgenommen hast.
Je länger ich Frauen in Führung begleite,
desto häufiger beobachte ich genau dieses Muster.
Nicht fehlende Klarheit macht Entscheidungen schwer.
Sondern der Moment,
in dem wir beginnen,
unserer eigenen Wahrnehmung nicht mehr zu vertrauen.
Und genau dort
beginnt oft das Gedankenkarussell.
Nicht,
weil wir zu wenig wissen.
Sondern weil wir zu viel relativieren.
Klarheit wird nicht leiser.
Wir hören ihr nur irgendwann nicht mehr zu.
💭 Welcher Satz taucht bei dir auf,
wenn du beginnst,
an deiner Entscheidung zu zweifeln?
03/07/2026
Vielleicht kennst du diesen Moment.
Du weißt eigentlich längst, welches Gespräch geführt werden müsste.
Du hast die Entscheidung innerlich schon getroffen.
Und trotzdem vergeht ein Tag nach dem anderen.
Nicht, weil dir die Klarheit fehlt.
Sondern weil jeden Tag neue Gedanken dazukommen.
"Vielleicht warte ich noch bis nach dem Urlaub."
"Vielleicht entspannt sich die Situation von selbst."
"Vielleicht ist jetzt einfach nicht der richtige Moment."
Mit jedem Tag wird die Entscheidung nicht schwieriger.
Aber schwerer.
Nicht wegen der Situation.
Sondern wegen der Geschichten, die wir uns dazu erzählen.
Je länger ich Frauen in Fach- und Führungsrollen begleite, desto häufiger beobachte ich genau dieses Muster:
Nicht die Entscheidung kostet Kraft.
Sondern das ständige Verschieben.
Manchmal ist die Entscheidung längst gefallen.
Nur ausgesprochen wurde sie noch nicht.
💭 Welche Entscheidung begleitet dich gerade schon länger, als sie eigentlich müsste?
26/06/2026
In den letzten Tagen habe ich viel über das Thema Vertrauen nachgedacht.
Ausgelöst durch einen Moment, der mich sehr berührt hat.
Getragen zu werden.
Von Menschen, die an mich glauben.
Die mich unterstützen.
Die da sind.
Und plötzlich wurde mir etwas bewusst:
Viele Frauen wünschen sich mehr Selbstvertrauen.
Mehr Sicherheit.
Mehr innere Stärke.
Doch oft suchen sie am falschen Ort.
Denn Selbstvertrauen entsteht selten dadurch, dass wir uns stärker fühlen.
Es entsteht dadurch, dass wir uns selbst ernst nehmen.
Unsere Wahrnehmung.
Unsere Gedanken.
Unsere Entscheidungen.
Viele Frauen merken erstaunlich früh, wenn etwas nicht stimmt.
Sie spüren, wenn ein Gespräch notwendig wäre.
Sie erkennen, wenn eine Grenze überschritten wurde.
Sie wissen oft sehr genau, was zu tun wäre.
Und trotzdem beginnen sie, mit sich selbst zu diskutieren.
Vielleicht sehe ich das falsch.
Vielleicht übertreibe ich.
Vielleicht sollte ich noch abwarten.
Und genau dort geht Vertrauen verloren.
Nicht im großen Moment.
Sondern in den vielen kleinen Momenten, in denen wir unserer eigenen Wahrnehmung nicht glauben.
Selbstvertrauen beginnt oft dort, wo du aufhörst, ständig an dir zu zweifeln.
💭 In welchen Situationen fällt es dir schwer, deiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen?
19/06/2026
Die Gespräche, die du heute vermeidest, fahren mit in die Sommerferien.
Vor kurzem sagte eine Führungskraft zu mir:
"Ich glaube, ich warte jetzt einfach noch bis nach den Ferien."
Gemeint war ein Gespräch, das eigentlich längst hätte stattfinden sollen.
Eine Rückmeldung an eine Mitarbeiterin.
Ein Thema im Team.
Eine Entscheidung, die seit Wochen im Raum stand.
Und ganz ehrlich?
Ich verstehe diesen Gedanken.
Die nächsten Wochen sind voll.
Alle sind müde.
Der Sommer steht vor der Tür.
Da erscheint es manchmal einfacher, Dinge noch ein bisschen mitzunehmen.
Was viele dabei unterschätzen:
Das Gespräch verschwindet nicht.
Die Situation verschwindet nicht.
Die Unsicherheit verschwindet nicht.
Sie reist einfach mit.
In den Urlaub.
Auf die Terrasse.
In den Feierabend.
Und oft sogar in die ersten Wochen nach den Ferien.
Manche Gespräche kosten Energie, lange bevor sie stattfinden.
Nicht weil sie so schwierig sind.
Sondern weil wir sie ständig mit uns herumtragen.
Ich glaube, viele Frauen verlieren nicht die meiste Energie im Konflikt.
Sondern im Vermeiden des Konflikts.
Konflikte machen keine Ferien.
💭 Welches Gespräch schiebst du gerade vor dir her?
18/06/2026
Die meisten Frauen geben Verantwortung nicht ab, weil sie es müssen.
Sondern weil es sich sicherer anfühlt.
Diese Woche habe ich einen Workshop zum Thema Führungsverantwortung begleitet.
Dabei haben wir über eine Situation gesprochen, die erstaunlich viele kennen.
Eine Entscheidung steht an.
Ein Problem taucht auf.
Eine Mitarbeiterin hat eine Frage.
Und obwohl die Antwort eigentlich da wäre, wird die Verantwortung weitergegeben.
An die Teamleiterin.
An die Bereichsleitung.
An jemanden, der es "besser weiß".
Je länger wir darüber gesprochen haben, desto klarer wurde:
Das Problem ist oft nicht fehlendes Wissen.
Und auch nicht fehlende Kompetenz.
Sondern Unsicherheit.
Die Angst, etwas falsch zu machen.
Die Hoffnung, dass jemand anderes die Verantwortung übernimmt.
Und plötzlich musste ich an etwas denken, das ich bei vielen Frauen immer wieder beobachte.
Nicht nur im Beruf.
Sondern auch in Gesprächen.
Bei Entscheidungen.
Beim Grenzen setzen.
Wir geben unsere Verantwortung oft nicht ab, weil wir es müssen.
Sondern weil es sich in diesem Moment sicherer anfühlt.
Das Problem ist nur:
Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass wir Verantwortung weitergeben.
Es entsteht dadurch, dass wir sie übernehmen.
Auch dann, wenn wir nicht wissen, ob alles perfekt laufen wird.
Manchmal beginnt Führung nicht mit der richtigen Entscheidung.
Sondern mit der Bereitschaft, überhaupt eine zu treffen.
💭 Wo ertappst du dich manchmal dabei, Verantwortung abzugeben, obwohl du sie eigentlich selbst übernehmen könntest?