09/07/2026
Snidi beendete die Saison 2025/26, ohne WM, in USA…
21.06.2026 FC Stahl Aken – FC Victoria Wittenberg 6:0 (3:0) – Elbesportpark - Landesklasse Sachsen-Anhalt 4 - 99 Zs.
Geplant war an den Trip an die Elster und nicht Elbe, aber gut beides bringt Punkte bei Stadt-Land-Fluss, wobei die Elster wohl zehn statt fünf Punkte bringen würde. Haben wohl die wenigsten als Gewässer aufm Schirm ;)
Hektisch rief mich der Atmosphärenbeauftragte – mit dem ich ehrlich gesagt nicht an diesem Sonntag rechnete – an, wo ich den bleiben würde. Ich schlenderte entspannt durch den Hauptbahnhof und registrierte bereits, dass mit dem anvisierten Zug gen Dessau etwas nicht stimmen sollte.
Hmm…Begrüßung daher etwas unwirsch, da klar war der Anstoß bei Alemannia Jessen wird nicht pünktlich erreicht werden. Eine Zugverbindung des Grauens dahin. Nun jut, mal schauen was sonst so geht. Die Optionen in Brandenburg lahm, aber Stahl Aken im Elbesportpark hörte sich doch gut an.
Doch was tun bis dahin? Die Anzeige verkündete Borkheide, wo mir das Naturbad bekannt war. Handtuch war eh ein Begleiter, so dass wir uns einigten die gewonnene Zeit - Anstoß 15:00 Uhr statt 13:30 – sinnvoll zu nutzen. Eigentlich ein ausgesprochen geiler Vibe bereits kurz nach 10:00 Uhr aufm Sonntag in einem Bad aufzulaufen. Passenderweise zog sich der Himmel zu, aber wat willste machen und irgendwas ist ja bekanntlich immer.
Die Bahnen wurden geschwommen und es begann leicht zu regnen. Geiles Feeling, welches allerdings unterbrochen wurde als es donnerte. Zu Glück nur von kurzer Dauer, so dass es nach ein bisschen Schnacken wieder rein in die Brühe ging. Cooler Vormittag, der so nicht angedacht war. Schön, dass es doch noch genügend Überraschungen gibt.
Der Abschnitt Bad Belzig – Dessau war wieder im Einsatz – Personalmangel am morgen – so dass wir in Roßlau einige Überreste des Skafestivals sahen und in Dessau am Bahnhof einen Kaffee zu uns nehmen konnten.
Der kleine Bus nach Aken – mit internationaler Besetzung – brachte die Fahrgäste die paar Kilometer westlich der Doppelstadt Dessau-Roßlau in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld.
Hier empfingen uns am schnieken Marktplatz zur Überraschung FCM-Sticker (Vermutung lag HFC nahe) wie 187 Tags,haha. Was witzig war im Gegensatz zum ordentlichen Gewitter. Donnerwetter war passend, aber der Spuk dauerte keine halbe Stunde, so dass wir entspannt runter zum Fluss meiner Jugend flanieren und den schönen Blick auf die Fähre genießen konnten-
1355 wurde in Aken erstmals eine Fähre urkundlich erwähnt. Von Anfang an diente sie nicht nur dem Personentransport über die Elbe, sondern wurde vorwiegend für den Lastentransport genutzt. Die derzeit genutzte Fähre bedient sich der natürlichen Strömung der Elbe und ist seit 1997 in Betrieb. Sie fungiert als eine Art „schwimmende Brücke“ über die Elbe, sichert die Verbindung zwischen Aken und Steutz und bringt bis zu zwölf PKW in fünf Minuten über die Elbe. Die Fähre ist nicht nur von Bedeutung für den gewerblichen Transportverkehr, sondern spielt auch touristisch eine wichtige Rolle, denn der Elberadweg führt von Aken mithilfe der Fähre in das Biosphärenreservat Steckby-Lödderitzer Forst. Gerne mal vormerken für eine stabile Radtour mit anschließendem Besuch des nahegelegenen Elbesportparks.
Auf besagtem wurde an diesem Sonntag zum „letzten Tanz“ in der Landesklasse Staffel 4 gebeten.
Dieses Jahr reichte es leider hinten und vorne nicht für die selbsternannte Macht an der Elbe für eine adäquate Saison. Tabellenletzter, die wenigsten geschossen und dafür meist bekommenen Tore. Gespannt waren wir, ob heute die letzten vier Buden fallen würden, damit Stahl die vorerst letzte Saison in Liga 8 mit einem dreistelligen Wert an Gegentoren beendet. Bittere Saison, aber Stahl nahm es sportlich und lud alle Fans und Interessierten bei kostenfreiem Eintritt und 30l Freibier auf den Elbesportpark ein. Mit 99 Zuschauer*innen ergab sich ein würdiger Rahmen für den Abschiedswalzer.
Doch damit nicht genug, es stand noch die Verabschiedung des langjährigen Capitanos „Ghetto“ ins Haus, der mit Spalier, eigenem Transpi und der Fußballhymne überhaupt „you‘ll never walk alone“ sowie einem KI-Song „Danke Capitano Ghetto, unsere Nummer 9, du nammst jede Hürde im Dauerlauf“ eingerahmt wurde. Irgendwie auch süß und krasse Wertschätzung für eine langjährige Stütze des Vereins. Wir verzogen uns auf die unausgebaute Gegenseite und bestaunten die sich anbahnende Rauchshow, die sogar hinten raus noch Funken parat hatte.
Stadion ganz süß mit der Werbebande für das am Marktplatz gesehene Restaurant Türkische Riviera. Vor dem modernen Sozialtrakt erstreckt sich eine Überdachung für Stehplätze sowie eine Tränke mit selbstdesigntem Getränkeautomat und am Grill wurden die Roster rotiert. Auf der Hauptlängsseite zogen sich Stufen entlang sowie eine kleine dreireihige Tribüne aus Holzlatten, wobei die oberste Reihe mit weißen Sitzschalen überzogen ist.
1953 gründete das Magnesitwerk die Betriebssportgemeinschaft Stahl Aken. Mit den über 1.000 Mitgliedern und zwölf Sportsektionen wurde sie zur zweitgrößten BSG im Kreis Köthen. Für die Fußballer reichte es bis in die viertklassige Bezirksklasse in den 1960er und 1970ern.
Fußball wurde später unter dem Label TSV Elbe Aken, der Verein existiert bereits seit 1863, gespielt bevor 2017 die Ausgliederung in den dafür neugeschaffenen Verein FC Stahl Aken erfolgte. Seit dem wurde in der Landesklasse, wenn auch in verschiedenen Staffeln, gespielt.
Der vorläufige Abschied wurde groß zelebriert und verzögerte sich - offiziell aufgrund des Unwetters – um fünfzehn Minuten. Mit Anpfiff waren es auch wieder 10 Grad mehr, da das Unwetter der Sonne wich. Nach wenigen ging die Heimelf in Führung, indem überlegt von außen reingespielt und eingeschoben wurde. Die Gäste aus der Lutherstadt Wittenberg (siehe Spielbesuch vom 01.05.2023) hegten an dem Tag keine Ambitionen den Rotweißen den Tag zu verderben. Mit 3zu0 ging es in die Pause. In dieser suchten wir Herrn Kreideweiß (ohne Witz) auf, den Platzwart der die Herzen aller Fußballmänner frohlocken lässt. Er zauberte nämlich einen kleinen Schwung Eintrittskarten aus einem Kabuff, welche wir an die weiteren Stadionsammler verteilten. So hatten alle was davon.
Die Gästespieler hatten fast direkt vor uns einen spannenden wie unmotivierten Pausentalk, letzter Spieltag eben und es ging um nüscht mehr. Ein sehenswerter Fernschuss zum 5zu0 ließ uns nochmal aufschrecken und das zweite Bier war umsonst, nachdem wir für das erste als Fremde noch blechen mussten,hehe.
Wir fühlten uns gut aufgehoben und hatten nen süßen Schnack mit einem alten Stahler, der salopp meinte, so einen Fernschuss hat er auch schon mal hingelegt. Nur stand da die Mauer noch und dies noch nicht so lange,haha. Ein halbes Dutzend stand am Ende auf der Anzeige. Mit dem dritten Saisonsieg wurde der Toreschnitt von 1,19 pro Spiel auf 1,36 gehoben.
Guter Abschluss und wir wünschen viel Erfolg in der Kreisoberliga Anhalt-Bitterfeld. Stahl Aken - Ein Verein der ganz gute Bedingungen für die Sportler*innen schafft, wird ein Blick auf die Anlege geworfen. Bekannteste Sportlerin ist wohl Pia Metzker die beim FC Union und Viktoria Berlin in der Zweiten Liga ihre Schuhe schnürt bzw. im Falle der Eisernen schnürte.
Aufgrund des verspäteten Anpfiffs mussten wir leider etwas eher los, da der Bus nur aller zwei Stunden verkehrte. Am Marktplatz war im Gegensatz zur Ankunft Sommer, Sonne, Ostdeutschland statt Regen, Donner, Westen angesagt.
Witzig, dass im Bus gen Dessau dieselbe Großfamilie von der Hinfahrt im Akener Plattenbauviertel einstieg sowie der Skater-Jugendliche.
Die Zugfahrt über vergnügten wir uns mit Spielen aus dem Hause DWIDS. Ganz schön weit nach Beirut, liebe Leute ;)
Aufgrund der Hitzewelle war dieses Spiel das unfreiwillig letzte der Saison 2025/26, welche für mich vor allem viele große Stadien in Deutschland auf der Agenda hatte. Polen und Italien waren dabei und es führte mich sogar zweimal nach UK sowie zu einigen Besuchen von vermeintlichen Randsportarten. Persönlich nicht die einfachste Saison, aber abermals wurden schöne Erinnerungen im Kopf und auf der Festplatte abgelegt.
Der längste Tag des Jahres endete noch würdig auf der Fête de la Musique im Kiez. Mal gucken was die neue Saison so bringt. Einige Dinge habe ich bereits geplant und freue mich schon auf das langersehnte wie angekündigte Wiedersehen mit der Muttenzerkurve des FC Basel. (snidi)