20/09/2026
Der Lehrgang mit Carlo Fugazza war ein Leckerbissen. Begleitet von Maestro Pasquale Acri demonstrierte Maestro Fugazza wieder einmal, warum Karateka hunderte Kilometer auf sich nehmen, um von seinem Wissen und seinem Können profitieren zu können. So stand beispielsweise Marc Stevens als Teilnehmer in den Reihen. Was insbesondere Maestro Acri unter der Anleitung von seinem Trainer in der Halle demonstrierte, ist ganz einfach Extraklasse und ließ die anderen Teilnehmer staunen. Das kommt dabei heraus, wenn ein überragendes Talent auf einen überragenden Trainer trifft, genauso wie Jahre zuvor bei Maestro Fugazza unter Maestro Shirai.
Geübt wurden Kihon/Kumite-Kombinationen mit seitlichem Ausweichen (Tai Sabaki). Eigentlich einfache Techniken, aber dennoch nicht das Standardprogramm, sodass bei vielen die Köpfe rauchten.
Als Kata wurde Hangetsu als „unpopuläre“ Kata geübt. Maestro Fugazza möchte diesen im Wettkampf oft vergessenen Katas wie Hangetsu oder Wankan wieder mehr Beachtung schenken. Dabei wurde untypisch mit dem Bunkai begonnen. Die Demonstration des Bunkais durch Maestro Acri mit Partner dürfte vielen lange in Erinnerung bleiben.
Wir bleiben dabei: Traditionelles Karate in moderner Interpretation nach der Schule von Maestro Shirai gibt es nirgendwo besser als bei Maestro Fugazza. Es ist das Gegenteil von Beliebigkeit. Das ist anstrengend für Kopf und Körper, aber es lohnt sich, wenn man weiterkommen will.
Umso nachdenklicher stimmt uns allerdings der überschaubare Zuspruch aus der eigenen Region. Eine Handvoll Teilnehmer aus den saarländischen Nachbarvereinen ist schlichtweg enttäuschend – gerade wenn ein Maestro dieser Güteklasse direkt vor der Haustür unterrichtet. Natürlich fordert Carlo Fugazza die Trainierenden, und natürlich korrigiert er konsequent. Aber genau darin liegt doch der Wert eines echten LEHRgangs: Fehler aufzudecken, um daran zu wachsen. Es ist schade, wenn diese Gelegenheiten zur eigenen Weiterentwicklung ungenutzt verstreichen.
Wie dem auch sei, wir lassen uns davon nicht entmutigen und nehmen nächstes Jahr einen neuen Anlauf: mit Silvio Campari im Februar und Carlo Fugazza im September.
Die nächste Gelegenheit, bei Maestro Fugazza zu trainieren, gibt es am 26. und 27. September bei unseren Freunden in Germersheim, wo auch Marc Stevens Einheiten geben wird. Natürlich mit unserer Beteiligung.