11/06/2026
Zwei deutsche Energieriesen, dieselbe Branche, komplett gegensätzliche Ansage. Eon sagt Nein. Uniper sagt Ja. Und dazwischen liegt die Frage, wie Deutschland in zwanzig Jahren heizt.
Es geht um die Quote für grüne Gase im Gebäudemodernisierungsgesetz, das morgen in erster Lesung in den Bundestag geht. Die Idee klingt nach Kompromiss: Gasversorger müssen ab 2028 einen wachsenden Anteil grüner Gase ins Netz einspeisen. Biomethan, Wasserstoff, synthetisches Methan. Niemand muss seine Heizung anfassen, die Lieferkette übernimmt die Klimaarbeit.
Klingt gut. Dann lohnt ein Blick auf die Zahlen.
Deutschland verbraucht rund 845 Terawattstunden Gas im Jahr. Netzfähiges Biomethan standen 2024 gerade einmal rund 10 Terawattstunden zur Verfügung, plus 3,5 aus Importen. Macht gut ein Prozent. Beim Wasserstoff ist es noch krasser: Geplant waren 10 Gigawatt Elektrolyseure bis 2030, tatsächlich installiert sind 0,181 Gigawatt. Weniger als zwei Prozent des Ziels.
Eine Quote für eine Ressource, die schlicht nicht existiert.
Und jetzt wird es interessant: Mehr als 20 Energieunternehmen haben sich trotzdem öffentlich für die Quote starkgemacht. Uniper. Sefe, früher Gazprom Germania. Der Biogasproduzent Verbio. Schaut man genauer hin, erkennt man das Muster sofort, denn alle drei haben dasselbe Interesse.
Eon dagegen hat sich auf die andere Seite gestellt, ausgerechnet gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe. Eine Allianz, die vor einem halben Jahr noch undenkbar war.
Warum ausgerechnet diese beiden plötzlich am selben Strang ziehen, warum Wirtschaftsministerin Reiche in dieser Debatte eine ganz eigene Vorgeschichte hat, und was Energieberater Stefan Bolln Hausbesitzern prophezeit, die jetzt auf die Quote setzen ("dann kommt es knüppeldick"), steht im Artikel.
Eine Zahl noch vorweg, weil sie den ganzen Streit in ein Licht rückt: 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen verkauft als Gaskessel. 299.000 Geräte, plus 55 Prozent. Die Wärmewende läuft längst. Die Frage ist nur, ob die Politik sie morgen ausbremst.
Alle Infos dazu hier: https://www.cleanthinking.de/quote-fuer-gruene-gase-eon-gegen-uniper/