26/09/2026
Stellt euch vor, zwei Mannschaftskolleg*innen dürften plötzlich aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe nicht mehr zum Training kommen! So ist es während der NS-Zeit zwei Fußballspielern des SV Meppen ergangen. Fritz Cohen und Kurt Visser, beide gebürtig aus Meppen, wurden während der NS-Zeit aus dem SV Meppen ausgeschlossen, da sie jüdischer Herkunft waren. Fritz Cohen und Kurt Visser gelang noch rechtzeitig die Flucht und haben somit die NS-Zeit überlebt. Beide hatten jeweils eine Schwester, die beide 1944 im KZ Stutthof ermordet wurden.
2023 wurde die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ auf dem Außengelände der Gedenkstätte Esterwegen gezeigt. Die Ausstellung würdigt mit Hilfe großformatiger skulpturaler Präsentationen den großen Anteil jüdischer Athlet*innen an der Entwicklung des modernen Sports in Deutschland. Als Nationalspieler, Welt- oder Europameister, als Olympiasieger oder Rekordhalter zählten sie zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit. Nur weil sie Juden waren, wurden sie im NS-Staat ausgegrenzt, entrechtet, zur Flucht gedrängt oder ermordet. Im Sommer 2015 wurde die Ausstellung in Berlin aus Anlass der erstmals in Deutschland ausgetragenen European Maccabi Games präsentiert.
Ergänzt wurde die Ausstellung in der Gedenkstätte Esterwegen um Biografien von Sportler*innen aus dem Nordwesten. Auch die Biografien der jüdischen Fußballspieler Fritz Cohen und Kurt Visser des SV Meppen wurden erstmals gezeigt – finanziert vom Hauptsponsor KIKXXL des SV Meppen.
Eine Delegation des SV Meppen bestehend aus Frederik Humbert (Organisatorischer Leiter NLZ), Rainer Sobiech (Cheftrainer U17 männlich), Rainer Bron (Marketing und Vertrieb) und Lenn Lübbers (Social Media Manager) hat die Figur von der Gedenkstätte Esterwegen abgeholt, damit diese demnächst beim SV Meppen aufgestellt werden kann. Jacqueline Meurisch und Maren Weers (Gedenkstätte Esterwegen) haben die Gruppe begrüßt und eine kleine Einführung in die Geschichte der Emslandlager gegeben.
Falls ihr mehr über die NS-Zeit erfahren möchtet, besucht gerne die Gedenkstätte Esterwegen. Wir freuen uns auf euren Besuch!