23/09/2026
🤯 Nur weil Du es von Dir glaubst, heißt es nicht, dass es wahr ist.
Du wurdest nicht mit der Überzeugung geboren, dass Du zu laut, zu langsam, nicht gut genug oder schlecht in Mathe bist.
Solche Vorstellungen über uns selbst entstehen erst im Laufe unseres Lebens.
💫 Ein Kind wird geboren - ein Wunder - immer wieder!
❤️ Und es wird unendlich geliebt - so wie es IST!
Dieses Kind kennt unsere Regeln, Normen und Vorstellungen noch nicht. Es weiß nicht, was man „macht“ oder besser lässt, was sich gehört, welcher Beruf vernünftig ist, wie erfolgreiches Leben auszusehen hat oder wie ein Mensch angeblich sein muss.
Es lernt sie erst...
Durch die Familie, in die es hineingeboren wird, durch Erziehung, Schule, Freunde, Religion, Kultur, Gesellschaft und all die Menschen, die ihm begegnen.
Und dazu kommen natürlich unsere eigenen Erfahrungen.
Stell Dir ein Kind vor, das voller Begeisterung etwas erzählt.
Es ist lebendig, laut, hüpft und sprudelt über vor Ideen und hört dann immer wieder Sätze wie:
❌ „Sei doch mal leiser.“
❌ „Du bist immer so laut.“
❌ „Jetzt beruhig Dich endlich mal.“
Das Kind hört nicht nur diese Worte. Es erlebt gleichzeitig, wie die Menschen darauf reagieren. Es sieht Mimik und Gestik und spürt Ärger, Ablehnung, Ungeduld oder auch, dass es mehr Anerkennung bekommt, wenn es sich zurücknimmt und „lieb“ ist.
All das wird gespeichert.
Nicht nur die Situation selbst, sondern auch das, was es dabei empfunden haben. Erfahrungen, Gefühle und Bewertungen werden miteinander verknüpft und in unserer ganz persönlichen Erfahrungsbibliothek abgelegt.
Aus:
„Mama möchte jetzt gerade, dass ich leiser bin.“
kann mit der Zeit werden:
🫣 „Ich bin zu laut.“ Oder „Ich bin zu viel!“
Und daraus kann wiederum entstehen:
„So wie ich bin, bin ich nicht richtig.“
😖 Mit all den schmerzhaften Gefühlen dazu. Und die wollte und will keiner von uns fühlen, richtig?
Also beginnt dieses Kind möglicherweise, sich immer mehr zurückzunehmen. Es beobachtet stärker, wie andere reagieren, passt sich an und sagt manches lieber gar nicht.
Wenn sich so etwas oft genug wiederholt, wird daraus irgendwann ein Programm.
Das ist im Grunde nichts anderes als die Situation, wenn wir Autofahren lernen.
In den ersten Fahrstunden musstest Du noch über ziemlich jeden Handgriff nachdenken. Kuppeln, Schalten, Spiegel, Blinker, Verkehr beobachten ... Puh. 😉
Irgendwann bist Du ins Auto gestiegen und einfach losgefahren.
Du denkst heute nicht mehr darüber nach, was Deine Hände und Füße wann tun müssen. Dein Unterbewusstsein hat diese Abläufe übernommen.
Unser Gehirn automatisiert sehr viel, weil bewusstes Denken Energie kostet.
Auch Reaktionen und Verhaltensweisen können sich so oft wiederholen, dass sie irgendwann ganz automatisch ablaufen, ohne dass wir jedes Mal bewusst entscheiden: Jetzt mache ich das so.
Und wenn Du diesen Menschen mit 30 oder 40 fragst:
❓ „Warum bist Du eigentlich immer so schüchtern?“
sagt er möglicherweise ganz selbstverständlich:
„Ich bin eben so.“
Unsere innere Haltung besteht nicht nur aus dem, was wir selbst erlebt haben. In ihr finden wir auch Werte, Moralvorstellungen, Glaubenssätze, Verhaltensprogramme und vieles von dem wieder, was wir durch unser Umfeld gelernt und übernommen haben.
All das prägt unser ICH und unser Verständnis, wie wir so sind.
Und mit dieser inneren Haltung schaust Du später auf die Welt, auf Menschen und das Leben.
Sie beeinflusst, wie Du Situationen einordnest, was Du für richtig oder falsch hältst, welche Möglichkeiten Du überhaupt erkennst, welche Entscheidungen Du triffst und natürlich auch, was Du über Dich selbst glaubst.
So entwickelt sich auch Dein Bild von Dir selbst.
Dein ICH-Bewusstsein.
Und wenn Du einen Satz mit „Ich bin ...“ beginnst, kommt danach möglicherweise:
Ich bin schüchtern.
Ich bin schlecht in Mathe.
Ich bin nicht der Typ dafür.
Und wenn Du Dich überwiegend mit Deinem bekannten logisch-rationalen Verstand bewegst, dann bewegst Du Dich sehr oft innerhalb dessen, was Du kennst: innerhalb Deiner Erfahrungen, Deiner Programmierungen, der Normen und Werte, die Du gelernt hast, und Deiner Vorstellungen darüber, wie etwas zu sein hat.
🤔 Aber beschreibt das tatsächlich Dein wahres Selbst?
Das ICH ist nicht dasselbe wie unser wahres Selbst.
🪽 Das wahre Selbst ist unser Seelenanteil.
Wenn Du sagst: „So bin ich eben.“
kann das tatsächlich etwas über Dein wahres Wesen sagen.
Ein Mensch kann von seinem Wesen her tatsächlich stiller und bedachter sein. Gerade hochgradig feinfühlige Menschen nehmen oft sehr viel wahr, verarbeiten Eindrücke stärker und tiefer und brauchen deshalb mehr Zeit für sich und mehr Ruhe.
Die Lautstärke und Vielheit im Außen kann ihnen schnell zu viel werden. Dann ist diese Zurückhaltung nicht automatisch etwas, das sie sich angewöhnt oder als Schutz entwickelt haben – sie kann tatsächlich zu ihrem Wesen gehören und etwas sein, das sie mitgebracht haben.
Es kann aber genauso gut etwas sein, das Du irgendwann gelernt, übernommen und so oft gelebt hast, dass es sich heute völlig selbstverständlich nach Dir anfühlt.
❓Und deshalb lohnt sich die Frage:
Was davon bin wirklich ICH? und
Was entspricht meinem wahren Wesen?
Und was habe ich im Laufe meines Lebens gelernt, übernommen und irgendwann für mich selbst gehalten?
💡 Für mich bedeutet Selbsterkenntnis genau das: immer besser unterscheiden zu können, was sich im Laufe dieses Lebens entwickelt hat und was tatsächlich Deinem wahren Selbst entspricht.
🧿 Denn am Ende geht es genau darum: ein Leben zu führen, das WIRKLICH DEINS ist.