19/09/2026
𝓐𝓾𝓯 𝓭𝓮𝓷 𝓙𝓸𝓴𝓮𝓻 𝓿𝓮𝓻𝔃𝓲𝓬𝓱𝓽𝓮𝓽, 𝓭𝓪𝓼 𝓖𝓮𝓼𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓫𝓮𝔀𝓪𝓱𝓻𝓽 𝓾𝓷𝓭 𝓪𝓵𝓵𝓮𝓼 𝓰𝓮𝓰𝓮𝓫𝓮𝓷
Die Vorzeichen hätten für den VfR Johannisthal kaum ungünstiger sein können. Zahlreiche Ausfälle aus den unterschiedlichsten Gründen sorgten vor dem wichtigen Heimtermin für erheblichen Improvisationsbedarf. Die Möglichkeit, den einmal pro Saison vorgesehenen Joker zu ziehen und das Duell ohne Angabe von Gründen verlegen zu lassen, bestand auch an der Kirchenstraße. Im Verein war man sich jedoch schnell einig, diesen Weg nicht zu wählen.
Stattdessen sollte die sportliche Antwort auf dem Platz gegeben werden. Für die verbliebenen Akteure hieß das, enger zusammenzurücken und Verantwortung zu übernehmen. Jammern war keine Option. Gefragt waren Charakter, Einsatzbereitschaft und der Wille, aus schwierigen Voraussetzungen das Maximum herauszuholen.
Die Anfangsphase verlief auf beiden Seiten mit hohem Tempo, ohne dass sich zunächst zwingende Torraumszenen entwickelten. In der 16. Minute wurde Lukas Kübrich im Johannisthaler Strafraum bedient, setzte seinen Abschluss aus bester Position jedoch links vorbei.
Nur zwei Minuten später wurde es erneut brenzlig. Eine starke Hereingabe fand Michael Zeitler, der Tobias Mayer bereits überwunden hatte. Auf der Linie rettete jedoch Justin Michel und verhinderte den frühen Rückstand.
Johannisthal befreite sich anschließend zunehmend und entwickelte mehr Zug nach vorne. Was noch fehlte, war die letzte Präzision rund um den gegnerischen Sechzehner. In der 38. Minute versuchte es Michael Zeitler auf der Gegenseite mit einem strammen Distanzschuss, der das Ziel nur knapp verfehlte.
Dann folgte jener Moment, der ganz klar die Handschrift von Christian Brandt trug. Fast von der Seitenauslinie erkannte der Spielertrainer in der 39. Minute, dass SG-Keeper Sven Kryzer zu weit vor seinem Kasten stand. Mit viel Gefühl hob Brandt die Kugel sehenswert über den Schlussmann hinweg zum 1:0 ins Netz. Ein Geniestreich, wie man ihn nicht planen kann.
Kurz vor der Pause bot sich den Korbmachern sogar die große Chance, nachzulegen. Peter Traudt verlängerte per Kopf stark auf den durchgestarteten Lukas Schwarz. Dieser bugsierte das Leder gekonnt über Kryzer, scheiterte jedoch am Pfosten (45.). Viel fehlte nicht zum psychologisch enorm wichtigen zweiten Tor.
Nach dem Seitenwechsel ähnelte das Bild zunächst dem ersten Durchgang. Die 150 Zuschauer warteten längere Zeit vergeblich auf weitere Höhepunkte.
In der 64. Minute brachte ein Fehlpass im Johannisthaler Aufbau die SG zurück ins Geschehen. Michael Zeitler wurde anschließend im Sechzehner freigespielt und vollendete aus wenigen Metern zum 1:1.
Im weiteren Verlauf machte sich immer deutlicher bemerkbar, dass sechs Stammkräfte fehlten. In der Vorwärtsbewegung ging die Durchschlagskraft verloren, während Wallenfels/Steinwiesen geduldig auf seine Gelegenheiten wartete.
In der 82. Minute führte ein weiterer Ballverlust in der Defensive zum nächsten Rückschlag. Dieses Mal nutzte Matthias Zeitler die Situation eiskalt und schob sauber ins rechte untere Eck zum 1:2. Für Tobias Mayer gab es nichts zu halten.
Vier Minuten später lag die Vorentscheidung in der Luft. Niklas Fritzmann kam gefährlich zum Abschluss, setzte die Kugel jedoch etwas zu hoch an (86.).
In der 89. Minute musste Co-Trainer Maximilian Hartfil nach Gelb-Rot vorzeitig vom Feld. Tief in der Nachspielzeit machte Michael Zeitler mit seinem zweiten persönlichen Erfolgserlebnis schließlich den Deckel drauf und stellte auf 1:3.
Unter dem Strich fiel die Niederlage aus Johannisthaler Sicht vielleicht etwas deutlicher aus, als es der Verlauf lange vermuten ließ. Die Korbmacher hielten trotz der angespannten Besetzung über weite Strecken diszipliniert dagegen und investierten viel. Im zweiten Abschnitt fehlten jedoch zunehmend die Kräfte und damit auch die nötige Präsenz nach vorne. Besonders bitter blieb der Pfostentreffer von Lukas Schwarz kurz vor der Pause. Wäre dort das 2:0 gefallen, hätte der Nachmittag womöglich eine andere Richtung genommen. Fast alles war richtig gemacht, doch Fortuna stand diesmal nicht auf Seiten der Rot-Schwarzen.
Schiedsrichter Uli Hoh leitete das Geschehen in seiner bekannten und bewährten Art souverän. Auch als es nach dem Seitenwechsel etwas ruppiger wurde, behielt der erfahrene Unparteiische jederzeit die Kontrolle und ließ keine unnötige Hektik aufkommen. Ihm ist insgesamt eine gute und sichere Leistung zu bescheinigen.
Zum Abschluss sei noch ein kleiner Appell erlaubt. Die Möglichkeit, einmal pro Saison die eigene Spielstätte ohne Angabe von Gründen zu sperren, mag das Regelwerk hergeben. Dennoch wäre es im Sinne des fairen Wettbewerbs wünschenswert, mit diesem Instrument verantwortungsvoll umzugehen. Gerade wenn personelle Engpässe den eigentlichen Hintergrund bilden, bleibt andernorts schnell ein gewisses „Geschmäckle“ zurück. Das tut weder dem Gedanken des Fairplays noch dem Ansehen eines Vereins besonders gut.
𝔻𝕖𝕣 𝕍𝕗ℝ 𝕨𝕚𝕣𝕕 𝕕𝕖𝕤𝕙𝕒𝕝𝕓 𝕒𝕦𝕔𝕙 𝕜ü𝕟𝕗𝕥𝕚𝕘 𝕤𝕖𝕚𝕟𝕖𝕣 𝕃𝕚𝕟𝕚𝕖 𝕥𝕣𝕖𝕦 𝕓𝕝𝕖𝕚𝕓𝕖𝕟: 𝕊𝕠𝕝𝕒𝕟𝕘𝕖 𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕤𝕡𝕚𝕖𝕝𝕗ä𝕙𝕚𝕘𝕖 𝕄𝕒𝕟𝕟𝕤𝕔𝕙𝕒𝕗𝕥 𝕘𝕖𝕤𝕥𝕖𝕝𝕝𝕥 𝕨𝕖𝕣𝕕𝕖𝕟 𝕜𝕒𝕟𝕟, 𝕥𝕣𝕖𝕥𝕖𝕟 𝕨𝕚𝕣 𝕒𝕟. 𝕄𝕒𝕝 𝕘𝕖𝕨𝕚𝕟𝕟𝕥 𝕞𝕒𝕟, 𝕞𝕒𝕝 𝕧𝕖𝕣𝕝𝕚𝕖𝕣𝕥 𝕞𝕒𝕟. 𝔾𝕖𝕟𝕒𝕦 𝕕𝕒𝕤 𝕘𝕖𝕙ö𝕣𝕥 𝕫𝕦𝕞 𝔽𝕦ß𝕓𝕒𝕝𝕝 𝕕𝕒𝕫𝕦. 𝕞𝕓
Tore: 1:0 Brandt (39.), 1:1 Michael Zeitler (64.), 1:2 Matthias Zeitler (82.), 1:3 Michael Zeitler (90.)
Schiedsrichter: Uli Hoh (SpVgg Lettenreuth)
Zuschauer: 150