20/09/2026
Hinein in den „harzlichen“ Frühherbst
(19.09.2026)
Die Wandergruppe des Hessener SV nutzte das milde frühherbstliche Wetter für eine ausgiebige Tour im Harz. Insgesamt acht Wanderfreunde aus Hessen, Deersheim und Veltheim machten sich gemeinsam auf den Weg, um in der Gegend um Schulenburg im Oberharz als auch um Braunlage wichtige Kilometer für die Wanderchronik zu sammeln und zwei begehrte Stempel der Harzer Wandernadel zu ergattern. Da die Orte Schulenburg im Oberharz und Braunlage rund 35 Kilometer auseinanderliegen, plante die ausgebildete Wanderleiterin Karen Lange zwei separate Streckenführungen. Bei idealen Wandertemperaturen von angenehmen 16 Grad erlebte die Truppe einen rundum gelungenen und sportlichen Tag.
Der Startschuss fiel an der Okertalsperre. Die erste, rund 8,5 Kilometer lange Etappe erforderte bereits einiges an Kondition. Ganze 220 Höhenmeter mussten bewältigt werden, um das erste Tagesziel auf 586 Metern über Normalnull zu erreichen.
Belohnt wurde der anstrengende Aufstieg zur Halleschen Hütte an den Ahrendsberger Klippen mit einem beeindruckenden landschaftlichen Ausblick. Zur wohlverdienten Stärkung legte die Gruppe an der Hütte eine ausgiebige Rast ein und genoss Leckereien aus der mitgeführten Rucksackverpflegung. Frisch gestärkt zückten die Teilnehmer ihre Wanderhefte, ergänzten diese um die Stempelstelle 119 und traten anschließend den Rückweg an.
Nach dem erfolgreichen ersten Abschnitt folgte die zweite Etappe der Tour über eine Distanz von weiteren 3,5 Kilometern. Vom Waldparkplatz „Lausebuche“ aus steuerte die Gruppe einen ganz besonderen Ort, den „Kapellenfleck“ an. Wo sich heute Wanderer den Stempel Nr. 157 sichern und am Rastplatz ausruhen, befand sich im Mittelalter ein strategischer Knotenpunkt. Eine alte Urkunde belegt, dass der Graf von Scharzfeld im Jahr 1297 dem Kloster Walkenried an genau dieser Stelle eine Kapelle im Harzwald schenkte. Sie diente reisenden Händlern auf dem historischen Kaiserweg als Andachtsort, Nachtlager und sichere Wechselstation für die schweren Zugtiergespanne, die aus dem Südharz heraufgezogen kamen.
Für zwei Teilnehmer hatte dieser Tag eine ganz besondere Bedeutung. Simone Ahrens und Karsten Springer stehen kurz vor dem ganz großen Wandererfolg. Nach den zwei neuen Einträgen im Heft fehlen den beiden jetzt nur noch 12 Stempel, bis sie sich offiziell mit dem begehrten Titel „Harzer Wanderkaiserin“ bzw. „Harzer Wanderkaiser“ krönen dürfen.
Nach insgesamt zwölf erwanderten Kilometern kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Zum gemütlichen Abschluss kehrten die Wanderer in Braunlage ein. Beim gemeinsamen Mittagessen ließ die Gruppe den Tag Revue passieren und schmiedete bereits Pläne für die nächsten Touren im Harz.
(Gruppenfoto am „Kapellenfleck“: Simone Ahrens)
v. l.: Karsten Springer, Norbert Schober, Karen Lange, Cordula Goy, Beatrice Hornung, Antje Holzheuer sowie Petra Kloth