12/07/2026
Das die Hoppetosse nicht nur Fußball schaut, dürften mittlerweile viele wissen, die diese Seite regelmäßig lesen.
Und da ich das hier als Ersatz für bzw als eine Art modernes Fanzine sehe, kommen eben auch Konzertberichte hier rein.
Also schwang die Hoppetosse am frühen Samstagmorgen ihre Hufe aus ihrem sühessischen Bett, um dieses vom Eisenross des Vertrauens in die Hauptstadt befördern zu lassen. Da der Rest des Körpers die Reise gleich mit antrat, kam sie auch im Ganzen um kurz nach 13 Uhr am Hbf an.
Egal, was einen in die Hauptstadt treibt, verlassen wird diese nicht ohne den besten Döner der Welt gegessen zu haben. Diesen gibt es in einer Bude im Bahnhof Friedrichstraße, welcher praktischerweise nur eine Haltestelle vom Hbf entfernt ist.
Danach ging es erstmal ins Hotel in Moabit und da dort noch nicht eingecheckt werden konnte, wurde halt nur das Gepäck abgegeben. Und schon ging es zum Stadion. Ungewöhnlich war der Weg zur Heimkurve.
Der frühe Eintritt ist nötig, um als einer der ersten nach vorne vor die Bühne zu kommen, um dort die Front of Stage Bändchen zu bekommen. Nachdem das auch alles erledigt war, wurden alte und neue bekannte getroffen, es wurde sich gesonnt oder, je nach Belieben, in den Schatten gesetzt. Um 17.20 Uhr legten dann The Stranglers los und die durfte ich zum ersten Mal erleben. Englischer Punkrock wäre ohne diese Band sicher anders als er heute ist. Und wie recht sie mit ihrer Behauptung hatten "there's always the sun."
Die nächste persönliche Premiere folgte direkt im Anschluss, da die Beatsteaks und ich uns bisher unabsichtlich, aber trotzdem erfolgreich, aus dem Weg gingen. Der Sänger machte jedenfalls unmissverständlich klar, dass sein Berliner Herz nicht unbedingt für die Hertha schlägt. Vielleicht interpretiere ich den Satz "so viele coole Leute wie heute waren noch nie auf einmal in diesem Stadion" auch einfach falsch 😉
Da die Beatsteaks ganz nett anzuhören sind, mich aber noch nie wirklich abholten, wurde es dann nach einer Stunde Zeit, die Bühne für den Main Event frei zu machen.
Die Herzensband auf Abschiedstour und da das Intro der neuen und letzten Platte von Farin Urlaub persönlich gesungen wurde, dachten viele, dass heute das Intro anders ist als bei den anderen Konzerten. Aber es ging wie immer los mit "Opel Gang". Danach kamen viele neue Songs wie wir waren nie weg", "schlechte Nachbarn", die Show muss weitergehen und meine beiden persönlichen Gänsehautsongs des neuen Albums 'was ist mit uns los" und was früher einmal war. Dazwischen immer wieder ältere Klassiker wie "Auswärtsspiel, "Laune der Natur", "Steh auf", "nur zu Besuch", bevor dann langsam mit "Liebeslied", "alles aus Liebe" und "ein kleines bisschen Horrorshow" das Ende eingeläutet wurde.
Die erste Zugabe wurde durch Sven Regneres Song "Immer nur geliebt" vom Bonusalbum des neuen Albums eingeläutet. Dann verschwimmt es langsam, aber natürlich kamen noch Hits wie "schönen Gruß, auf Wiedersehn", "Tage wie diese" und irgendwann kam die 2. Zugabe.
Die Band kam auf die Bühne, aber der Sänger fehlte. Stattdessen stand da einer im schwarzen Hemd und sang das Intro der neuen Platte. Gänsehaut vom Allerfeinsten, Farin Urlaub und Campino zusammen auf einer Bühne zu sehen. Als danach "Schrei nach Liebe" gespielt wurde, flog das Dach der Hütte weg.
Mit "You'll never walk alone" wurde das Spektakel dann beendet und mich Vicky Leandros' "ich liebe das Leben" wurden die Leute dann nach draußen gebeten.
Ich habe die Hosen schon oft gesehen, aber das Ding gestern war das mit Abstand beste Stadionkonzert, was ich je erlebt habe. Unfassbar, was diese Jungs immer noch an Energie in so viele tausend Menschen übertragen können.
Ins Hotel ging es mit S- und U-Bahn, aber gefühlt wurde geschwebt. In 2 Wochen heißt es "Das nächste Kapitel Abschied" in Freiburg. Bis dahin gibt's dann wieder etwas Fußball.
11/07/2026
Und schon wieder ging es nach Würzburg. Normalerweise ist es ja so, dass auf der Reiseroute Dinge schiefgehen. In Uffenheim war das ganz anders. Dort begannen die Probleme vor Ort. Die App fand einen Bus vom Bahnhof bis fast vors Stadion. Der Weg beträgt fast 2 Kilometer, die sich bei einigem bergauf und bergab ziemlich ziehen. Interessent, was Google Maps als "größtenteils flach" bezeichnet.
Der Weg musste nicht nur, wie geplant, auf dem Rückweg gelaufen werden, sondern auch auf dem Hinweg. Busfahrpläne scheinen im Söderland nur ein gut gemeinter Vorschlag zu sein. Wahrscheinlich war die ganze Zeit eine Kamera auf mich gerichtet und die einheimischen lachten sich über den Touri, der hier auf den Bus wartete, kaputt.
Am Stadion angekommen dann erstmal der Schock: nur das Heimteam war anwesend. Man würde später anfangen, da die Eisenbahner im Stau standen und viel zu spät ankamen. Was habe ich mir nicht alles für Witze einfallen lassen in den letzten zwei Tagen. Welche fallen euch denn so ein?
Bei Anpfiff war also klar, dass ich hier heute keinen Abpfiff erleben würde, da die Eisenbahner mal wieder einen neuen Weg fanden, mich ganz oder teilweise vom Fußball schauen abzuhalten. Hätte es vor Ort Futter gegeben, wäre genug Zeit gewesen, dieses zu testen. Gab aber nur Getränke aus der Flasche. Dafür, wie in Franken üblich, aus der Region. Uffenheim ist einer der wenigen Orte dort, die nicht (mehr) über eine eigene Brauerei verfügen.
Sie verfügen aber über eine Mannschaft, die den Gästen, als es dann endlich mal losging, von Anfang an überlegen war. Die Gäste hatten nichts als unnötige Härte für ein Testspiel entgegenzusetzen und gingen verdient als Verlierer vom Platz. Ob sie es ohne Probleme nach Hause schafften, ist nicht überliefert.
Die Hoppetosse musste 9 Minuten vor dem Ende den Ort des Geschehens verlassen, verpasste aber wenigstens kein Tor.
Die Heimfahrt hatte Umstiege in Würzburg und Aschaffenburg vorgesehen. Aus 3 Minuten Verspätung in Würzburg bei Abfahrt wurden 33 Minuten in Aschaffenburg und beinahe hätten sie es geschafft, dass der letzte Zug nach Darmstadt verpasst wurde. Eine tolle Idee, vor einem ICE einen Stau durch 500 Güterzüge zu produzieren, liebe DB.
🇩🇪 Testspiel
🏟 Seewiesen Stadion, Uffenheim
Anwesende: ca. 80
1. FV Uffenheim vs ETSV Würzburg 4:0 (3:0)
09/07/2026
So ein Umzug ermöglicht ganz neue, persönliche Perlen. Eine davon steht definitiv seit 1932 im Ludwigshafener Stadtteil Oppau. Hier kann der Stadionbesuch mit dem Wocheneinkauf verbunden werden, der offiziell angepriesene Parkplatz gehört zu einer nicht gänzlich unbekannten Supermarktkette. Die Fahrt verlief ziemlich unspektakulär und so traf man pünktlich zum Anpfiff am Ort des Geschehens ein. Die Fotorunde wurde direkt mal erledigt. Zur Belohnung folgte dann der Gastrotest. Bier vom Fass aus der Region, so muss das. Dazu gabs ne Bratwurst aus dem wirklich sehr liebevoll eingerichteten Vereinsheim, vermutlich auch aus der Region. Minuspunkte gibts für das Aufbackbrötchen. Der Norddeutsche an Sich würde sicher über fehlendes Toastbrot meckern...
Aber was ist das bitte für eine kleine Perle von Stadion?! Da hätte ich als Spieler richtig Bock drin zu spielen.
Den hatten die Opaueraner auch und spielten sich das Eine oder andere Mal durch die Reihen der Oggersheimer (kam dort nicht mal ein nicht unbekannter Politiker her, der nicht gerne über Parteispenden reden wollte?), vergaßen dabei aber das Ziel der Fußlümmelei gänzlich aus den Augen. Das lautet ja bekanntlich "das Runde muss ins Eckige". Letzteres schafften die Gäste beide Male, die sie über die Mittellinie kamen, während die Heimelf es nur einmal schaffte, den Torwart zu überwinden.
So wirklich weh wird es keinem getan haben. Die Hoppetosse war pünktlich wieder im neuen Heimathafen...
🇩🇪 Testspiel
🏟 Stadion am Güterbahnhof, Ludwigshafen
Anwesende: ca. 100
BSC Oppau vs FSV Oggersheim 1:2 (1:1)
08/07/2026
Würzburg, Würzburg und immer wieder Würzburg. Eine Stadt, die aus dem Ausnahmezustand gar nicht mehr herauskommt. Erst der Aufstieg der Kickers und vorgestern das Stadtderby. Die ganze Stadt wie elektrisiert, die Spannung war quasi greifbar. Da konnte man froh sein, dass die Bahn es mal wieder schaffte, irgendwelche fadenscheinige Gründe für die Verspätung zu erfinden. Das Ergebnis ist jedenfalls immer das Gleiche.
Die ersten 10 Minuten fanden also ohne die Hoppetosse statt und somit wurde das Intro und die Choreo verpasst. Man kann nicht alles im Leben haben.
In letzter Minute entschieden sich die Möbbe beider Seiten für einen Stimmungsboykott, der ziemlich Trump und Infantinotiv war. Es geht nichts über gelebte Werte. Der Heimverein boykottierte auch noch das Öffnen der Kasse und der Vereinskneipe. Konsequent bis zum Letzten, respekt dafür! Somit entfiel der Gastrotest zugunsten der Schonung des Geldbeutels.
Auf dem Platz entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, welches aber meinen persönlichen Schnitt von 12 Toren pro Spiel in dieser Saison (aufgestellt von Darmstadt 98 beim 12:0 Auswärtssieg am Samstag in Arheilgen) massiv verschlechterte. Ein typisches Testspiel in einem aber durchaus sehenswerten Stadion mit Charme. Dieses wurde direkt mit Abpfiff wieder verlassen und sehr zum Ärger dreier Nürnberger fuhr die Straßenbahn 2 Minuten zu früh zum Hbf, so dass die ihren Zug verpassten.
Die Hoppetosse hingegen hatte sowieso Zeit und bekam davon noch mehr. 4 Minuten Verspätung sind viel, wenn man in Aschaffenburg nur insgesamt 7 zum Umsteigen hat. Die Bahn löste das Problem aber ziemlich elegant, indem sie einfach noch 13 weitere Minuten drauflegte. Sehr zur Freude der Kneipe gegenüber des Bahnhofs, die so nett war, mir ein Bier zu servieren.
Mein erstes Spiel außerhalb der Wissenschaftsstadt als Einwohner der Wissenschaftsstadt endete mit der Ankunft in der Wissenschaftsstadt also eine Stunde später als geplant. Im Prinzip alles wie immer...
🇩🇪 Testspiel
🏟 Stadion an der Mergentheimer Straße, Würzburg
Anwesende: ca. 50
ETSV Würzburg vs Würzburger FV 04 II 1:1 (0:0)
08/06/2026
Es gibt Stadien, die lange auf der Liste stehen, bis man sie macht. Vor 2 Jahren hätte die Hoppetosse schon einmal die Gelegenheit gehabt, aber sie entschied sich damals für das schöne Stadion in Eisenhüttenstadt. Letztes Jahr auf dem Heimweg des Conference-League-Endspiels hätte es geklappt, wenn das Spiel nicht verlegt worden wäre. Und am Samstag war es endlich soweit. Da die Strecke nach Berlin immer noch dicht ist, musste somit der Umweg durch die Provinz und mehr Zeit eingeplant werden. Die Zugfahrt war auch deshalb recht unentspannt, weil die beiden Züge nach München zuvor ausfielen und dieser dementsprechend aus allen Nähten platzte. Ein Hoch auf die BahnBonusplätze, die mir immer einen Sitzplatz garantieren.
Nach über 4 Stunden kam man dann in der Oderstadt an und erstmal wurde die Dönerbude des Vertrauens aufgesucht. Ging am Ende zu Lasten des Tests der Stadiongastro, aber man kann nicht alles im Leben haben. Ab Spielbeginn gab es Freibier, was irgendwie alle toll fanden...
Mich trieb es einmal um das weite, tolle Rund herum, ehe man sich in Nähe der Freibierbude platzierte.
Vorletzter Spieltag, Tabellenführer. 4 Punkte aus 2 Spielen und man steigt auf. So die Ausgangslage der Frankfurter. Für den Gegner ging es um nichts mehr. Frankfurt erspielte sich viele Torchancen, die aber allesamt, teilweise kläglich, vergeben wurden. Vom Gast ging kaum Gefahr aus, trotzdem ging es torlos in die Pause.
In der 2. Halbzeit das gleiche Bild, bis in der 58. Minute der Ball tatsächlich die Linie überquerte. Der Torwart schoss einen Spieler der Frankfurter an und von da prallte der Ball ins Tor. An dieser Stelle eine Empfehlung an Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs.
Jetzt wollten die Gastgeber den Vorsprung verwalten und wie das so ist, kassierte man aus dem Nichts 4 Minuten vor Schluss den Ausgleich. Mit dem Schlusspfiff vergab man nochmal einen Hochkaräter und so hat man nächste Woche das Endspiel bei Stahl Brandenburg, welches Frankfurt gewinnen muss, um aufzusteigen. Selbst Schuld, mit einem Sieg hätte in Brandenburg ein Unentschieden gereicht.
Für die Hoppetosse ging es auf direktem Weg zurück zum Bahnhof, wo der Eurocity um 30 Sekunden verpasst wurde.
Also war man eine Stunde länger unterwegs und verfluchte das schlechte Internet im Zug und auf der Strecke, da die Auslosung des Pokals ja verfolgt werden wollte. Klappte leider nicht immer...
🇩🇪 Verbandsliga Brandenburg, 29. Spieltag ä
🏟 Stadion der Freundschaft, Frankfurt/Oder
Anwesende: 410
1. FC Frankfurt vs SV Germania 90 Schöneiche 1:1 (0:0)