28/08/2026
Stichtag 28. August 1983. Vor 43 Jahren wird Nationalspieler Christian Pander geboren. Im Sommer 2001 wechselt der Linksfuß aus der A-Jugend von Preußen Münster zu Schalke 04 – und bleibt zehn Jahre ein Königsblauer.
Noch als Nachwuchsspieler gewinnt er im Mai 2001 mit im Finale in Berlin gegen den VfB Stuttgart den DFB-Pokal der A-Junioren. Pander gelingt der Schalker Treffer zum 1:1 in der regulären Spielzeit: Wie später in der Bundesliga verwandelt er einen Freistoß aus großer Entfernung direkt.
Mit Schalkes Profis wird Pander 2005 und 2007 Vizemeister. Besonders in Erinnerung bleiben seine scharfen Flanken von der linken Seite, seine Freistöße und fulminanten Weitschüsse. Mit Letzterem erzielt er bei seinem Länderspieldebüt gegen England im Wembleystadion das Führungstor. Deutschland siegt 2:1.
Leider lassen viele schwere Verletzungen insgesamt nur 108 Pflichtspiele für Schalkes Lizenzspielerabteilung zu. Ist Christian Pander fit, ist er immer in der Startelf gesetzt. Wie sehr die Schalker Fans auch während erneuter Rückschläge an ihn glauben und seinem Comeback entgegenfiebern, zeigt sich beim Heimsieg gegen Bayern München im Dezember 2010. Pander wird nach langer Verletzungspause in der 77. Minute eingewechselt, worauf die Anhänger die VELTINS-Arena mit tosendem Jubel zum Beben bringen.
Seine Laufbahn setzt er 2011 bei Hannover 96 fort. In den vier Jahren bei den Niedersachsen erreicht Pander einmal die Europa League, dort die Runde der letzten 32. Nach dem Ende seiner Laufbahn arbeitet Pander als Mentaltrainer im Sportbereich und ist seit Anfang 2026 Vereinsvorsitzender des SC Preußen Münster.
27/08/2026
Stichtag 27. August 1940. Vor 86 Jahren wird Schalkes Bundesligaspieler Manfred Pohlschmidt geboren. Seine Tore tragen erst zum Klassenerhalt, dann zum Einzug ins DFB-Pokale bei. Beim verschobenen Spiel gegen Arminia Bielefeld spielt er indes keine rühmliche Rolle.
Der gebürtige Münsteraner erlernt das Fußballspielen beim RSV Münster, bevor er 1963 mit Preußen Münster seine erste Bundesligasaison absolviert. Trotz seiner sechs Tore in 25 Partien steigen die Westfalen ab. 1965 kehrt Pohlschmidt mit seinem Wechsel zum Hamburger SV ins Oberhaus zurück. Mit 18 Toren in seiner ersten Spielzeit bei den Hanseaten belegt er den beachtlichen vierten Platz in der Bundesliga-Torschützenliste. Gegen den Karlsruher SC erzielt er beim 8:0-Kantersieg vier Tore – das hat nach ihm im HSV-Trikot in der Bundesliga nur einmal Horst Hrubesch geschafft.
1967 steht er mit dem HSV im Finale des DFB-Pokals, das man gegen Bayern München jedoch deutlich mit 0:4 verliert. Ohnehin läuft das zweite Jahr schlechter für „Manni“, der in der Großstadt Hamburg nicht heimisch wird. Gelsenkirchen liegt deutlich näher an Münster, also wechselt der 26-Jährige zum siebenfachen Meister, dessen erstes Saisonziel in jenen Jahren der Klassenerhalt ist.
Der scheint nach einem schwachen Start in die Spielzeit 1967/1968 in großer Gefahr. Unter dem neuen Trainer Karl-Heinz Marotzke gewinnen die Schalker keines der ersten acht Saisonspiele. Schlimmer noch: nach dem 3:4 zum Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach schießen sie überhaupt keine Tore mehr. Als ganz Schalke nach 705 Spielminuten in Folge vergessen zu haben scheint, wie ein Torjubel überhaupt klingt, erlöst Pohlschmidt die Fangemeinde beim Auswärtsspiel beim MSV Duisburg. Erst lässt er eine Riesenchance aus, bevor er wenig später mit einem „Kunstschuss“ von der Strafraumlinie in den Torwinkel den umjubelten 1:1-Endstand markiert.
Wenig später muss Trainer Marotzke trotzdem gehen, doch unter dessen Nachfolger Günter Brocker blüht Pohlschmidt auf. Er wird mit 11 Toren bester Schalker Torschütze jener Saison. Ein Jahr später muss wiederum Brocker gehen, Rudi Gutendorf kommt. Pohlschmidt trifft in der Liga nur fünf Mal, aber sein 3:1 im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern bringt den S04 ins Finale um den DFB-Pokal. Wie zwei Jahre zuvor gibt es für Pohlschmidt ein Wiedersehen mit den Bayern.
Diesmal ist es ein enges Finale, nicht zuletzt, weil Pohlschmidt zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich trifft. Gerd Müller aber schießt zwei Tore und die Schalker unterliegen trotz nahezu ebenbürtiger Leistung mit 1:2. Da die Münchener Meister sind, darf der S04 in der Saison 1969/1970 im Europapokal der Pokalsieger antreten und kommt bis ins Halbfinale. Kein einziges Mal trifft „Manni“ international, dafür neun Mal in der Bundesliga, in der er wieder bester Schalker Schütze ist.
Doch seine Ablösung wird im Sommer 1970 mit dem Transfer des erst 20-jährigen Torjägers Klaus Fischer eingeleitet. Pohlschmidt, den man in Schalke wegen seiner Vorliebe für entsprechende Treffer zeitweise auch „Lattenschmidt“ nennt, muss zurückstecken: Statt 32 Partien im Vorjahr sind es nur noch 16 Spiele in der Saison 1970/1971, meist als Einwechselspieler. Ein Einsatz ist dabei fatal.
Als Schalke 04 am 17. April 1971 gegen Abstiegskandidat Arminia Bielefeld zu Hause überraschend und ohne viel Gegenwehr nach der Pause mit 0:1 verliert, kommt Pohlschmidt erstmals seit Monaten wieder zum Einsatz. Nach dem Abpfiff soll er laut Aussagen von Mitspielern einer derjenigen erfahreneren Spieler gewesen sein, der die jüngeren Akteure über den Treffpunkt zur Übergabe des Bielefelder Bestechungsgelds informiert.
Als die Sache auffliegt, wird auch Pohlschmidt gesperrt. 1972 erhält er eine lebenslange Sperre, gegen die er nicht mehr angeht. Pohlschmidt will ohnehin die Schuhe an den Nagel hängen, übernimmt ein Lotto- und Totogeschäft. Erst 1978 wird er begnadigt. Auf Schalke hat er in vier Spielzeiten in 125 Pflichtspielen 31 Tore erzielt.
25/08/2026
Schöner Text über Stan. 💙
Stan Libuda: Einer wie keiner
Für Schalkes Stan Libuda ging man ins Stadion. Wer dabei war, trägt die tausendfach skandierte Lobhudelei noch im Gehör: „Lii-buu-daaa!“
25/08/2026
Stichtag 25. August 1930. Vor 96 Jahren erklärt der Westdeutsche Spielverband die Spieler von Schalke 04 zu Profis und löst damit eine Tragödie aus, die letztlich den Mythos vom Schalker Markt begründet.
Seit dem Aufstieg in die höchste Liga 1926 gewinnen die Knappen vier Mal in Folge die Meisterschaft in der regionalen Ruhrbezirksklasse, erreichen anschließend stets die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. 1927 und 1928 bedeutet für sie das Achtelfinale Endstation. Nach Einweihung der Glückauf-Kampfbahn im August 1928 kommt die Mannschaft um Ernst Kuzorra ihrem Traum wieder einen Schritt näher: 1929 und 1930 steht sie jeweils im Viertelfinale, gehört also bereits zu den acht besten Mannschaften im Land.
Zwei Wochen vor dem geplanten Start der Saison 1930/1931 hat der S04 zwei Freundschaftsspiele an einem Wochenende beim Dresdner SC (4:1) und beim BC Chemnitz (4:2) gewonnen, da zerstört ein drakonisches Urteil des Westdeutsche Spielverbands alle sportlichen Träume. Er erklärt folgende Spieler von Schalke 04 zu Berufsspielern: Emil Rothardt, Walter Badorek, August Sobotka, Ferdinand Zajons, Wilhelm Böke, Alfred Jaczek, Valentin, Hennes Tibulsky, Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, August Simon, Wilhelm Kampmann, Wilhelm Neumann.
Der S04 habe Spielern zu hohe Spesen gezahlt und weitere finanzielle Vergünstigungen wie Darlehen und Geschenke gewährt, so das Vergehen. Dabei ist diese Praxis in vielen Vereinen üblich. Der Deutsche Fußball-Bund zahlt seinen Länderspielteilnehmern hohe Tagesspesen, Reisen im damals luxuriösen Schlafwagen und Übernachtungen in den besten Hotels.
Es ist nicht das einzige Urteil dieser Art. Elf Tage vorher hat es in einer Verhandlung in Düsseldorf schon Borussia Mönchengladbach getroffen, bei denen fünf Fußballer bestraft werden. Gesperrt wird außerdem der Sülzer Spieler und spätere Schalker Trainer Ferdinand Swatosch. Er soll bei dem Kölner Club 700 Mark monatlich verdienen.
Viele andere Verstöße gegen die Statuten werden in Deutschland indes nicht verfolgt. Der Dresdener Sportclub beispielsweise zahlt nachgewiesen regelmäßig Siegprämien von 50 bis 100 Reichsmark. Als die Frankfurter Eintracht zwei Wochen vor dem WSV-Urteil in der Glückauf-Kampfbahn gastiert, meckert ein Spieler der Hessen über seinen Kollegen: „Wozu bekommt der Kerl denn 250 Mark im Monat?“
Auf Schalke hat die jüngste Entwicklung besonders Finanzobmann Wilhelm Nier – auf dem Mannschaftsfoto zu diesem Artikel sieht man ihn in der oberen Reihe als Dritten von links –erschüttert. Das Geschick des kaufmännischen Beamten der Zeche Consolidation trägt ab 1924 entscheidend zum Aufstieg des S04 zu einem der besten Vereine in den 1920er-Jahren und dem gleichzeitig Bau des vereinseigenen Stadions, der Glückauf-Kampfbahn, bei.
Vielleicht sieht Nier die Sperre gegen ihn als Ehrverlust, möglicherweise will er Schaden vom Verein abwenden, indem er alle Schuld auf sich nimmt, als er einen folgenschweren Entschluss fasst: Der Finanzobmann nimmt sich drei Tage nach Verkündung des Urteils, am 28. August 1930 das Leben, ertrinkt im Rhein-Herne-Kanal. Er wird nur 39 Jahre alt, hinterlässt seine Ehefrau Käthe sowie die kleinen Kinder Helmut und Ursula.
Sein Begräbnis am 31. August 1930 gerät zu einem großen Zeichen der Solidarität: mit Schalke 04 und vor allem mit Willi Nier. Mehr als 6000 Menschen erweisen ihm die letzte Ehre. Lautsprecher übertragen die Rede des Zweiten Vorsitzenden Wilhelm Münstermann: „Dein Tod wird unser Werk weitertreiben! Dein Tod wird dem gesamten deutschen Sporte neue Wege und Ziele zeigen müssen! Du hast getan, was Du konntest. Dafür habe Dank.“ Die „Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung“ schreibt von einem Urteil „in weltenferner Verblendung, das zum Todesurteil für einen geraden und ehrlichen Sportmann wurde (...) Die Männer der Spruchkammer – sie wussten nicht, was sie taten.“
Von den lebenslangen Spielersperren wird nicht eine durchgesetzt: Binnen neun Monaten sind alle Fußballer begnadigt. Schalke 04 schafft in der Saison 1930/1931 mit einer Mischung aus Zweiter Mannschaft, A-Jugendlichen und Alten Herren den Klassenerhalt. Für den ersten Tag des Ablaufs der Sperre organisiert der Verein ein Freundschaftsspiel in der Glückauf-Kampfbahn. Jener Montag, der 1. Juni 1931, ist ein normaler Arbeitstag, doch Königsblau braucht dringend Geld und muss schnellstmöglich wieder spielen. Also lädt der S04 den Westdeutschen Meister Fortuna Düsseldorf ein.
Die Partie wird zu einer Demonstration der Verbundenheit der Menschen mit ihrem Verein. Bei Anpfiff stehen geschätzte 70.000 (!) Fans bis an den Seitenlinien, Kinder liegen auf den Tornetzen, während Zehntausende noch in den Straßen vor den Stadiontoren stehen. Was die Fans bewegt, drücken sie immer wieder in diesem einen Gesang aus, der überall zu hören ist: „Aber eins, aber eins, das bleibt bestehn, der FC Schalke darf nicht untergehn!“ Willi Niers Club wird endgültig zum Mythos.
22/08/2026
Stichtag 22. August 1960. Vor 66 Jahren wird Schalkes ehemaliger Bundesligatorhüter und Co-Trainer Holger Gehrke geboren. Im Sommer 1992 wechselt der Keeper aus seiner Heimatstadt von Blau-Weiß 90 Berlin zum FC Schalke 04. In 41 Pflichtspielen steht er bis 1994 im Gehäuse der Königsblauen und trägt seinen Teil dazu bei, dass sich der S04 nach dem dritten Wiederaufstieg weiter in der Bundesliga etablieren kann. Als Teil des Trainerteams trägt er später zu Titelgewinnen bei.
Gehrke, als erfahrene Nummer zwei gekommen, rückt bereits im September 1992 für den Rest der Spielzeit 1992/1993 ins Tor, weil sich Jens Lehmann beim Auswärtsspiel in Leverkusen einen Kreuzbandriss zuzieht. Mit guten Leistungen und sympathischer Ausstrahlung wird er zu einem Publikumsliebling. Die Mitspieler wählen ihn im Sommer 1993 sogar zum Mannschaftskapitän. Seinen Platz im Tor muss er so richtig erst zu Beginn des Jahres 1994 abgeben, als er wegen einer Verletzung ausfällt und Lehmann mit starken Leistungen die Rolle der Nummer eins zurückerobert.
Nach zwei Jahren auf Schalke zieht es Gehrke 1994 zunächst wieder zurück in seine Heimatstadt zu Tennis Borussia, bevor er für vier Jahre zum MSV Duisburg geht und seine aktive Laufbahn beim Karlsruher SC beschließt.
Im Anschluss daran wird der Blondschopf Trainer, auch auf Schalke. Im Team von Huub Stevens ist er von 1999 bis 2002 zunächst Torwart-, dann Co-Trainer. „Als die Anfrage kam, war ich sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Gehrke an eine Anekdote aus dem Februar 1995 parat. Damals kehrt er im Trikot des MSV Duisburg ins Parkstadion zurück: „Da haben mich die S04-Fans nach dem Abpfiff gefeiert – obwohl ich gegen meinen Ex-Club ein richtig gutes Spiel gemacht und Schalke damit das Leben schwergemacht hatte“, schildert er die Szenen nach dem 0:0. „Aus einer Laune heraus habe ich dann gesagt, dass ich nach dem Ende meiner aktiven Laufbahn als Torwart-Trainer nach Schalke zurückkehren werde. Dass das Ganze tatsächlich so eingetroffen ist, ist eine Riesengeschichte.
Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am 23. Februar 2002 fungiert Gehrke als Chef-Trainer, weil Huub Stevens zur Beerdigung seines Schweigervaters fährt. Die Partie gegen die Breisgauer gewinnt der S04 mit 3:0. Als Stevens zu Hertha BSC wechselt und später beim 1. FC Köln arbeitet, ist Gehrke sein Co-Trainer.
In Stevens‘ nächster Amtszeit auf Schalke kehrt auch Gehrke von 2012 bis 2014 als Torwarttrainer zurück, bevor er diese Funktion von 2015 bis 2019 für vier Jahre in der Nationalmannschaft Ungarns übernimmt und danach seine Trainerlaufbahn im Mannschaftssport beendet.
19/08/2026
Stichtag 19. August 1962. Vor 64 Jahren gibt Reinhard Libuda sein Oberligadebüt für Schalke 04. Seit 1952 spielt der im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck aufgewachsene Dribbler bereits in der Jugend der Königsblauen. Unübersehbar sind seine technischen Fähigkeiten, die ihn 1961 in die Jugendnationalmannschaft führen.
Zu Beginn der Saison 1962/1963 schafft der 18-Jährige den Sprung in die erste Mannschaft. Bei zwei Einsätzen im DFB-Pokal bei Holstein Kiel (4:3) und zu Hause gegen 1860 München (4:2) -beide Parten werden vor dem Ligastart ausgetragen – überzeugt er. Gegen die „Löwen“ seien die Fans von den „unwiderstehlichen Slalomläufen des jüngsten, aber besten und gefährlichsten Schalker Stürmers Libuda mehrfach von den Sitzen gerissen“ worden, schildert etwa der „kicker“.
Somit steht der Teenager auch zum Start der Spielzeit in der Oberliga West gegen Neuling Bayer Leverkusen in der Elf. In der Glückaufkampfbahn gehen die Schalker durch Werner Ipta (34.) und Manfred Kreuz (61.) in Führung, müssen sich aber nach den jeweiligen Ausgleichstreffern von Hans-Otto Peters (53.) und Uwe Klimaschefski (67.) mit einem 2:2 zufriedengeben. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Friedel Rausch spielen die Hausherren in den letzten zehn Minuten in Unterzahl und müssen sogar froh sein, das Unentschieden über die Runden gebracht zu haben.
Auch wenn das Ergebnis zum Start ernüchtert: Libuda wird gleich in seinem ersten Jahr Stammspieler, absolviert in der letzten Oberligasaison vor Einführung der Bundesliga 25 von 30 möglichen Partien und erzielt 8 Tore. Schon 1963 feiert er seinen Einstand in der Nationalmannschaft. Links antäuschen, rechts vorbei – die Finte des legendären englischen Rechtsaußen Stan Matthews wird nicht nur die seine, bald schon wird man Reinhard deshalb nur noch „Stan“ rufen.
An guten Tagen ist er damit auf dem Rasen von niemandem aufzuhalten. „An Gott kommt keiner vorbei“, soll auf einem Plakat in jener Zeit gestanden haben. „Außer Libuda“ soll jemand handschriftlich ergänzt haben. In diesen Jahren ist Schalkes Anfeuerungsruf in der Glückaufkampfbahn sein Name: „LI-BU-DA, LI-BU-DA“.
Bis 1974 absolviert Libuda 259 Pflichtspiele (37 Tore) für Schalke 04. Der Kapitän der Pokalsiegermannschaft 1972 wird posthum – Stan Libuda stirbt 1996 mit nur 52 Jahren – zum Ehrenspielführer des Vereins ernannt.
17/08/2026
Stichtag 17. August 2019. Vor sieben Jahren sieht die Bundesliga erstmals einen Engländer in Königsblau und das 100. Debüt eines Schalker Teeangers. Vor dem Start in die Saison 2019/2020 ist die Lage beim S04 ein wenig angespannt. In zwei (!) der drei vorangegangenen Spielzeiten ist der S04 mit fünf Niederlagen in Folge gestartet. Ein Rucksack, der Markus Weinzierl und Domenico Tedesco letztlich jeweils den Job kostet. Deshalb will der neue Mann, David Wagner, einen solchen Fehlstart unbedingt verhindern. Am besten gleich in der ersten Partie bei Borussia Mönchengladbach.
Schalke hat vor allem in die Neuzugänge Ozan Kabak (VfB Stuttgart) und Benito Raman (Fortuna Düsseldorf) investiert, die im Paket auf 27 Millionen Euro Ablöse taxiert werden. Torhüter Markus Schubert kommt ablösefrei von Dynamo Dresden. Aus den eigenem Nachwuchs stoßen Levent Mercan und Jonas Carls zu den Profis. Dazu hat man den englischen Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny vom FC Everton ausgeliehen. Ihn kennt Wagner noch aus seiner Tätigkeit für Huddersfield Town in der Premier League.
In der Mannschaft des Gegners steht ein ehemaliger Schalker: Breel Embolo ist im Sommer 2019 zur „Elf vom Niederrhein“ gewechselt. Tiefsitzende Befürchtungen vieler Fans, dass Ex-Spieler gegen den S04 besonders häufig treffen, treten bei der Partie im Borussia Park nicht ein. Mit dem 0:0 nach viel Kampf aber nur überschaubar vielen Torszenen können sowohl Wagner als auch sein Gegenüber, Gladbachs neuer Trainer Marco Rose, letztlich leben. Ein weiterer Schalker Start mit fünf Niederlagen ist somit bereits abgewendet.
Nachdem mit Rabbie Matondo bereits der erste Waliser das Schalker Trikot getragen hat, folgt ihm in Mönchengladbach Kenny als erster Engländer, der über die kompletten 90 Minuten einen ordentlichen Eindruck hinterlässt. In der Nachspielzeit kommt Levent Mercan für Amine Harit und damit zu seinem Bundesligadebüt. Er ist der 100. Teenager, dem das im Trikot des S04 gelingt.
Das Unentschieden ist der Auftakt zu einer guten Hinrunde, die Schalke 04 mit 30 Punkten auf Platz fünf abschließt. In der von der Corona-Pandemie unterbrochenen Rückrunde kommen jedoch nur noch neun weitere Zähler hinzu, die Schalke 04 in der Abschlusstabelle auf Rang zwölf abrutschen lassen.