08/09/2026
⭐️ Görlitzer HC - die Erste ⭐️
⭐️ Regionalliga MD ⭐️
⭐️ Ein gelungener Auftakt ⭐️
⭐️
Görlitzer HC : SV Aufbau Altenburg
32 : 19 (13 : 08)
⭐️
⭐️
Ein elementares Postskriptum:
Der erste Spieltag begann akzeptabel. Damit sind nicht nur die verdient kassierten zwei Punkte unserer Damen gemeint, sondern auch das Entfallen, dem Herrn sei's getrommelt, getutet und gepfiffen, des pompös geplanten Einlaufspektakels, literal als "Bundesliga-Feeling" in der Jahnsporthalle anvisiert.
Dieses beabsichtigte Bundesliga-Ambiente hätte sich aber schon mit den Anfahrten zu den Auswärtsspielen zum mentalen Realitätsdesaster "Kreisklassen-Feeling" für Mannschaft und Fans gewandelt. Nur dass in diesem Punktspielmilieu keine Exkursionen über 150 km (335 km Niederndodeleben / 330 km Magdeburg / 215 km Altenburg / et cetera) auf dem Fahrplan stehen.
Es sollte in der aktuellen Saison keine Busfahrten zu einem auswärtigen Spiel der Damen des Görlitzer HC geben. Angesagt waren einzig und allein Busse im Kleinformat. Noch nie dagewesen seit dem Aufstieg des SV KOWEG in die Mitteldeutsche Oberliga oder den davorliegenden Jahren in der Oberliga Sachsen.
Geschuldet ist diese Situation eindeutig der wirtschaftlichen Lage der Nation. Die ökonomische Krise trifft den Breitensport extrem hart und ist unbeherrschbar für viele Sportvereine.
Auf der Homepage des Görlitzer HC steht allerdings:
"Voraussetzungen schaffen für attraktiven leistungsorientierten Handballsport im Bereich Frauen und Mädchen"
Und bei diesem misslichen, unverschuldeten temporären Faktum ruft der Verein, konträr dem eigenen Leitsatz, justament zu einem Crowdfunding über 6000 bis 8000 € für optisch ästhetische Einläufe auf.
Einer glattweg reinen Prestigeinszenierung mit primärer Imageförderung für den Verein, aber ohne sorgsame Empathie für das sportliche Aushängeschild des Görlitzer HC. Spätestens mit dem Anpfiff zu einem Spiel wäre diese geplante optische Zeremonie ein Relikt der Vergangenheit geworden, ohne weiteren Mehrwert für Mannschaft, Fans, Zuschauer.
Nehmen wir zur Demo dieser irrationalen Logik den Mittelwert von 7000 € der erhofften Sündenfinanzierung, bei geplanten 11 Einlauftollheiten mit etwa 80 Minuten Gesamt-Schauwert. Das wären andererseits bei einem homofonen Spendenaufruf geschätzte 8 Auswärtsfahrten mit einem Bus. Der durch die Fans gezahlte Obolus bei diesen Touren bewilligt obendrein einen zusätzlichen Trip in die Gefilde von Mitteldeutschland. Über das Erreichen der Nahziele Großröhrsdorf sowie Dresden muss man nicht grübeln.
Ob man bei einem Spendenaufruf für diese Art der Punktspielanreise eine Summe um 7000 € eingefahren hätte, ist natürlich sehr zweifelhaft. Aber auch nur 2000 oder 3000 € Gabe für diesen wohltätigen Zweck sind 2 bis 3 Auswärtsfahrten in die entferntesten Weiten der Regionalliga.
Wir haben uns sehr wohl im Umfeld der Handballverehrer nach ihrem Statement und der Spendenwilligkeit erkundigt. Das subjektive Urteil der Befragten war eindeutig ein "Nein" für gepimpte Einläufe jeglicher Art, konträr dazu ein "Ja" für die Beeinflussung der mentalen und körperlichen Leistungsfähigkeit des Teams durch Stressregulation und Vermeidung von Reizüberflutungen bei einem Buseinsatz. :-)
Fachlektüren liefern ein Füllhorn an zusätzlichen Argumenten für eine professionelle Anreise. Eine prägnante Zusammenfassung:
Eine ruhige Anfahrt vor einem Punktspiel ist determinierend für den sportlichen Erfolg, da die mentale Fokussierung die Konzentrationsleistung nachweislich steigert. Rituale wie kollektives Schweigen, Ausruhen, Lesen, Lernen oder dezente Musik signalisieren dabei Ernsthaftigkeit und Respekt vor dem Kontrahenten. Zudem strahlt ein dedizierter Mannschaftsbus Professionalität aus, was das kollektive Selbstbewusstsein stärkt und den Gegner psychologisch kompromittiert. Im Gegensatz dazu führt langes Sitzen in engen Kleinbussen zu muskulären Verspannungen, die eine intensivierte Aufwärmphase erzwingen. Zudem entfällt bei einer dezentralen Anreise die essenzielle gemeinsame Einstimmung auf das Match komplett.
Bei den einstmaligen Anreisen des SV KOWEG wurde die Einhaltung ebendieser Faktoren sehr penibel durch Trainer und Mannschaftsleitung überwacht. Das Team war beschäftigt mit Lesen, Kopfhörerakustik, Lümmeln, Schlafen, Studieren, Plaudern – ohne Berührungsdruck durch Mitreisende jeglicher Bekanntschaftsform. Bei den Rückfahrten wurde dann aber das Potenzial der Gemeinsamkeit in vollem Ausmaß genutzt. Gedanklich eine feine, kultivierte Reminiszenz an vergangene Fan-Epochen der Mitteldeutschen Oberliga.
Für den Sachverhalt Fankultur, mit der bis dato angenehmen Teamnähe, dem familienfreundlichen Ambiente und der akustisch gewaltigen Fremdhallenstimmung, muss man sich natürlich beim Wegfall der gemeinsamen Fahrten zukünftig ebenfalls auf ein Entwicklungsstadium des Niedergangs einstellen. Für das Zuschauen innerhalb der heimischen Kulisse, ohne mannschaftliche Berührungspunkte, bleibt man logischerweise ein Fan und Schallerzeuger, aber die organisatorische Basis für einen strukturierten Fanclub wird damit potenziell beschädigt.
Nach Intervention durch den Fanclub und gemeinsamen Dialog mit dem GHC wird dieses WE ein Bus nach Meißen fahren. Für weitere Auswärtsfahrten hängt aber perspektivisch noch ein Mantel der Ungewissheit über den Busträumen des Fanclubs und der Anhängerschaft.
⭐️
Das Video in HD unter:
https://youtu.be/Y03OBvcRNBI
⭐️
⭐️