Simone Heigl

Simone Heigl Arbeits- und Organisationspsychologin
Trainerin und Coach im Bereich Kommunikationspsychologie

Wir haben nicht zu wenig Kommunikation.„Wir müssen einfach mehr miteinander reden.“Wenn es in Unternehmen nicht rund läu...
23/09/2026

Wir haben nicht zu wenig Kommunikation.

„Wir müssen einfach mehr miteinander reden.“
Wenn es in Unternehmen nicht rund läuft, fällt dieser Satz erstaunlich schnell und auch ich höre das immer wieder in meinen Erstgesprächen bei Kunden.

Dabei frage ich mich häufig: Brauchen wir tatsächlich noch mehr Kommunikation?

Noch ein Meeting?
Noch eine E-Mail?
Noch einen Jour fixe?
Noch einen Teams-Kanal?

Die meisten Unternehmen, die ich erlebe, kommunizieren ziemlich viel. Doch das eigentliche Problem liegt häufig woanders.

Informationen kommen zu spät oder bei den falschen Personen an. Erwartungen werden nicht klar ausgesprochen. Entscheidungen werden zwar diskutiert, aber nicht wirklich getroffen. Und manchmal reden fünf Menschen über dasselbe Thema und haben trotzdem fünf unterschiedliche Vorstellungen davon, was eigentlich vereinbart wurde.
Nach meiner Meinung löst mehr Kommunikation dieses Problem nicht.

Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, wie viel wir kommunizieren, sondern häufiger darüber, wie klar, verbindlich und zielgerichtet wir es tun.

Denn viel Kommunikation ist noch lange keine gute Kommunikation.

Zwei Moderatoren. Zwei Perspektiven. Ein gemeinsamer Prozess.“  Bei Führungskräftetagungen geht es selten nur darum, ein...
20/09/2026

Zwei Moderatoren. Zwei Perspektiven. Ein gemeinsamer Prozess.“

Bei Führungskräftetagungen geht es selten nur darum, eine Agenda abzuarbeiten.

Es geht um unterschiedliche Perspektiven, Diskussionen, Entscheidungen und manchmal auch um Themen, bei denen es im Raum durchaus ungemütlich werden kann.

Genau dann kann Co-Moderation einen echten Mehrwert bieten.

Während eine Person die Diskussion führt, Fragen stellt und den Prozess steuert, kann die andere beobachten:

Was passiert gerade in der Gruppe? Wer beteiligt sich, und wer nicht? Wo entstehen Widerstände? Welche Zwischentöne gehen möglicherweise verloren? Was zeigt sich in den Gesichtern der Teilnehmenden? Und welches Thema liegt eigentlich auf dem Tisch, obwohl niemand es offen anspricht?

Gerade bei größeren Gruppen oder komplexen Fragestellungen ist es durchaus herausfordernd, gleichzeitig zu moderieren, Dynamiken zu beobachten, Ergebnisse zu sichern und den nächsten Schritt im Blick zu behalten.

Co-Moderation schafft hier mehr Aufmerksamkeit und Flexibilität.

Natürlich braucht nicht jede Führungskräftetagung zwei Moderatoren. Aber wenn wichtige Entscheidungen anstehen, schwierige Themen bearbeitet werden sollen oder viele Führungskräfte miteinander ins Gespräch gebracht werden müssen, kann Co-Moderation die Qualität einer Tagung deutlich erhöhen.

Denn gute Moderation bedeutet für mich nicht, möglichst souverän durch die Agenda zu führen.

Zusammen mit Florian Glöbl von Glöbl & Partner durfte ich letzte Woche dieses wieder erleben. Danke Florian für die wertschätzende Zusammenarbeit.

Gute Moderation bedeutet, wahrzunehmen, was im Raum passiert – und damit arbeiten zu können.

Organisationsentwicklung

„Eigentlich ist doch klar, wer dafür verantwortlich ist.“  Ein Satz, bei dem ich in Workshops inzwischen gerne noch einm...
17/09/2026

„Eigentlich ist doch klar, wer dafür verantwortlich ist.“

Ein Satz, bei dem ich in Workshops inzwischen gerne noch einmal konkret nachfrage.

„Gut. Nur für mein Verständnis - Wer genau ist denn verantwortlich?“

Und plötzlich wird es interessant, weil anschließend mehrere Personen unterschiedliche Antworten geben.

Was zunächst nach einem Kommunikationsproblem aussieht, ist dann plötzlich ein Organisationsproblem. Und dann kommen die Fragen …

Wer entscheidet eigentlich was?
Wer trägt welche Verantwortung?
Wer muss miteinbezogen werden?
Welche Entscheidungen darf ich selbst treffen?
Und wo endet meine Verantwortung?

Wir versuchen in Unternehmen erstaunlich viele Probleme auf der zwischenmenschlichen Ebene zu lösen. Was durchaus ein wichtiger Ansatz ist. Dann sollen Menschen besser kommunizieren, mehr miteinander sprechen oder an ihrer Zusammenarbeit arbeiten.

Aber manchmal lohnt sich vorher ein Blick auf die Strukturen im Unternehmen. Wie ist denn das System Unternehmen überhaupt strukturiert?

Denn auch die beste Kommunikation kann dauerhaft unklare Verantwortlichkeiten nicht ausgleichen.

Menschen brauchen nicht nur gute Kommunikation, sondern auch ein klar strukturiertes System mit klaren Verantwortlichkeiten.
 
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Ich bin Simone Heigl, Arbeits- und Organisationspsychologin und Betriebswirtin. Ich begleite mittelständische Unternehmen rund um Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit

Was ich in Führungskräftetagungen immer wieder beobachte.  Je länger ich Führungskräftetagungen begleite, desto mehr int...
15/09/2026

Was ich in Führungskräftetagungen immer wieder beobachte.

Je länger ich Führungskräftetagungen begleite, desto mehr interessiert mich nicht nur, was dort besprochen wird. Sondern auch, was nicht besprochen wird.

Denn häufig sind die wirklich relevanten Themen allen längst bekannt.
Dass Verantwortlichkeiten nicht eindeutig sind.
Dass Entscheidungen immer wieder nach oben geschoben werden.
Dass zwei Bereiche seit Monaten aneinander vorbei arbeiten.
Dass es unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was Führung im Unternehmen eigentlich bedeutet.

Im Tagesgeschäft funktionieren wir trotzdem weiter. Es gibt Termine, Kunden, Projekte, E-Mails und das nächste Problem, das dringend gelöst werden muss.

Genau deshalb halte ich es für so wichtig, dass sich eine Führungsmannschaft regelmäßig Zeit nimmt, um nicht nur im Unternehmen, sondern auch einmal am Unternehmen zu arbeiten.

Und manchmal ist die wichtigste Frage einer Führungskräftetagung deshalb gar nicht:

„Was müssen wir tun?“

Sondern zunächst:

„Worüber müssten wir eigentlich endlich einmal sprechen?“
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Sie planen eine Führungskräftetagung und wünschen sich eine externe Moderation, die strukturiert, nachfragt und auch unbequeme Themen nicht vorschnell vom Tisch nimmt? Dann freue ich mich über eine Nachricht.

Gute Führung bedeutet nicht, es allen recht zu machen  „Ich möchte, dass meine Mitarbeiter zufrieden sind.“  Diesen Satz...
03/09/2026

Gute Führung bedeutet nicht, es allen recht zu machen

„Ich möchte, dass meine Mitarbeiter zufrieden sind.“

Diesen Satz höre ich von Führungskräften immer wieder und natürlich ist der Wunsch erst einmal nachvollziehbar.

Trotzdem halte ich ihn als Maßstab für gute Führung für schwierig.

Denn Führung bedeutet nicht, möglichst wenig Reibung zu erzeugen. Führung bedeutet auch, Erwartungen klar auszusprechen, Leistung einzufordern, Entscheidungen zu treffen und manchmal eine Richtung vorzugeben, die nicht jedem gefällt. Ist dies manchmal mit Widerständen verbunden, durchaus.

Ich erlebe immer wieder, dass Mitarbeitende sehr gut mit einer Entscheidung umgehen können, solange sie nachvollziehbar, klar und ehrlich kommuniziert wird.

Schwieriger wird es, wenn Führungskräfte aus Sorge vor Konflikten ausweichen, Entscheidungen vertagen oder Erwartungen nur andeuten.

Gute Führung braucht Empathie, aber genauso Klarheit in der Kommunikation und die Bereitschaft, auch einmal etwas auszuhalten.

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Ich bin Simone Heigl, Arbeits- und Organisationspsychologin und Betriebswirtin. Ich begleite mittelständische Unternehmen rund um Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit.

Jetzt haben Sie mir schon zweimal widersprochen!“Das sagte zu mir mal ein Geschäftsführer und ich antwortete: „Ich sehe ...
05/08/2026

Jetzt haben Sie mir schon zweimal widersprochen!“

Das sagte zu mir mal ein Geschäftsführer und ich antwortete: „Ich sehe das als meine Aufgabe“

Meine Aufgabe als Arbeits- und Organisationspsychologin ist nicht, Menschen permanent zu bestätigen. Sondern ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.

Wenn ich Unternehmen, Führungskräfte oder Teams begleite, höre ich erst einmal aufmerksam zu. Ich beobachte, stelle Fragen und versuche zu verstehen, was hinter Aussagen, Konflikten oder Herausforderungen steckt. Genau deshalb gehört es auch zu meiner Rolle, kritisch nachzufragen und – ja – manchmal auch bewusst zu widersprechen.

Nicht, um Recht zu haben, sondern weil Entwicklung nur dort entsteht, wo Denkgewohnheiten hinterfragt werden.

Wenn ich immer nur bestätige, was bereits gedacht wird, entstehen selten neue Lösungen. Gerade in der Führung ist es jedoch entscheidend, blinde Flecken sichtbar zu machen, unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen und den Mut zu haben, lieb gewonnene Überzeugungen zu überprüfen.

Im Diskurs kann viel Neues entstehen und genau das sehe ich als meinen Job.

Ein Perspektivwechsel bedeutet nicht, dass die bisherige Sichtweise falsch war. Ich finde er erweitert unseren Blickwinkel und genau darin liegt oft der entscheidende Unterschied zwischen kurzfristiger Problemlösung und nachhaltiger Veränderung.

Ich bin überzeugt davon, dass gute Beratung nicht mit Antworten beginnt, sondern mit Zuhören und den richtigen Fragen.

Wann hat Dir zuletzt jemand widersprochen und was hat es Dir gebracht?

Werte zeigen sich in der Führung und im täglichen Miteinander.In einem Workshop mit den Führungskräften von Caverion Reg...
31/07/2026

Werte zeigen sich in der Führung und im täglichen Miteinander.

In einem Workshop mit den Führungskräften von Caverion Region Süd II ging es genau darum: Was bedeuten unsere Werte eigentlich für unser tägliches Führungsverhalten?

Werte die an der Wand hängen klingen gut, aber ihre Bedeutung zeigt sich erst im konkreten Verhalten und im täglichen Miteinander.

Eine Führungsmannschaft muss sich deshalb intensiv mit ihrem gemeinsamen Führungsverständnis auseinandersetzen. Es braucht Klarheit darüber, wie Führung im Unternehmen gelebt werden soll, wie Entscheidungen getroffen werden, wie Feedback gegeben wird und wie mit Konflikten und Fehlern umgegangen wird.

Dabei geht es nicht darum, dass alle Führungskräfte gleich führen. Es geht darum, gemeinsame Orientierung und Verlässlichkeit zu schaffen.
Werte müssen diskutiert und vor allem im täglichen Führungsverhalten sichtbar werden.

Wir haben gemeinsam Verhaltensanker formuliert und diese müssen jetzt von der Führungsmannschaft vorgelebt werden.

Denn am Ende gilt: Führung ist die sichtbarste Form von Unternehmenskultur

Danke an Euch für Euer Engagement und Eure kritischen Fragestellungen.

Kommunikation ist mehr als nur das gesprochene WortEine der größten Illusionen in der Kommunikation ist die Annahme, das...
29/07/2026

Kommunikation ist mehr als nur das gesprochene Wort

Eine der größten Illusionen in der Kommunikation ist die Annahme, dass das, was ich sage, auch genau das ist, was mein Gegenüber versteht.

Zwischen einer gesendeten und einer empfangenen Botschaft liegen zahlreiche Filter. Unsere persönlichen Erfahrungen, Erwartungen, unsere aktuelle Stimmung und nicht zuletzt die Beziehung zum Gesprächspartner beeinflussen, wie wir eine Aussage interpretieren.

Unser Gehirn versucht ständig, Situationen möglichst schnell einzuordnen und vorherzusagen. Neue Informationen werden deshalb nicht völlig neutral verarbeitet, sondern mit bereits bekannten Erfahrungen und Mustern abgeglichen.

Für unser Gehirn ist dies durchaus sehr effizient, aber für die Kommunikation liegt hier die Herausforderung.

Denn genau hier entstehen viele Missverständnisse.

Was können wir tun?

Gute Kommunikation lässt sich nicht garantieren. Zu viele Faktoren beeinflussen, was Menschen wahrnehmen, interpretieren und daraus machen. Wir können aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Kommunikation besser gelingt.

Indem wir klarer formulieren, weniger interpretieren und genauer zuhören. Indem wir nachfragen, statt vorschnell zu bewerten, schwierige Themen direkt ansprechen und den passenden Kommunikationskanal wählen.
Und indem wir auch unter Druck respektvoll miteinander umgehen.

Zuhören und Fragen stellen, sind für mich die zwei wichtigsten Tools in der Kommunikation.
Grüße an alle meine Teilnehmer*innen aus den Kommunikationsworkshops, die diesen Satz immer wieder von mir hören. ;-)

Wer klar spricht, schafft Sicherheit.In einer Zeit, in der Informationen im Sekundentakt auf uns einprasseln, wird eines...
15/07/2026

Wer klar spricht, schafft Sicherheit.

In einer Zeit, in der Informationen im Sekundentakt auf uns einprasseln, wird eines immer wertvoller: klare Kommunikation.

Klarheit bedeutet nicht, alles bis ins kleinste Detail zu erklären. Sie bedeutet, verständlich, ehrlich und eindeutig zu kommunizieren. Genau das schafft etwas, das in jedem Unternehmen und jeder Zusammenarbeit unverzichtbar ist: Sicherheit.

Menschen möchten wissen:
Was wird von mir erwartet?
Warum treffen wir diese Entscheidung?
Was passiert als Nächstes?
Worauf kann ich mich verlassen?

Bleiben Antworten aus oder sind Botschaften unklar, entstehen Unsicherheit, Spekulationen und Missverständnisse. Das kostet Zeit, Energie und oft auch Vertrauen.

Führungskräfte, die klar kommunizieren, wirken wie ein Kompass:
Sie geben Orientierung statt Raum für Interpretationen
Sie vermeiden Missverständnisse und Doppelarbeit
Sie stärken Vertrauen und Eigenverantwortung

Klarheit ist die Grundlage für Leistung und Engagement.

Mein Tipp: Überlege bei jedem Gespräch: Kann mein Team oder Kollege*in nach diesem Gespräch sicher handeln? Wenn nicht, fehlt Klarheit.

Adresse

Deggendorf
94469

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