Der Fall JP Kraemer zeigt, wie wichtig es ist, über Gewalt in Partnerschaften zu sprechen.
Nicht, um öffentlich über einen Menschen zu urteilen. Nicht, um Partei zu ergreifen. Sondern weil Gewalt in Beziehungen ein Thema ist, das uns alle angeht.
Denn Gewalt in einer Partnerschaft ist keine Privatsache.
Sie wird nicht weniger ernst, nur weil sie hinter verschlossenen Türen stattfindet. Wegsehen, Schweigen oder ein „Das müssen die beiden unter sich klären“ hilft nicht.
Wenn wir Anzeichen von Gewalt wahrnehmen, dürfen wir hinschauen, Unterstützung anbieten und Betroffene darin bestärken, sich Hilfe zu holen.
Gleichzeitig gilt: Nicht jeder Streit ist Gewalt. Und von außen kennen wir selten die gesamte Geschichte.
Im aktuellen Fall hat JP Kraemer selbst körperliche Übergriffe gegenüber seiner Noch-Ehefrau eingeräumt. Gleichzeitig erhebt er Vorwürfe gegen sie, denen sie widerspricht. Die rechtliche Bewertung ist Sache der zuständigen Behörden.
Für uns bei OneLifeDefense steht deshalb eine andere Frage im Mittelpunkt:
Was können wir daraus lernen?
Gewalt beginnt nicht immer mit dem ersten Schlag. Einschüchterung, Kontrolle, Festhalten und andere Grenzüberschreitungen können Warnsignale einer Eskalation sein.
Und genauso wichtig:
Selbst Gewalt erfahren zu haben, rechtfertigt nicht, Gewalt gegen andere auszuüben.
Wer bedroht oder angegriffen wird, darf sich schützen. Aber eigene Verletzungen, Wut oder Gewalterfahrungen sind kein Freibrief, selbst Gewalt auszuüben.
Selbstverteidigung bedeutet für uns deshalb nicht, einen Kampf zu „gewinnen“. Sie bedeutet: Gefahr erkennen, Grenzen setzen, Distanz schaffen, die Situation verlassen und Hilfe holen – wenn das möglich ist.
Die Verantwortung für Gewalt liegt immer bei der Person, die sie ausübt.
Betroffene brauchen Schutz.
Außenstehende sollten nicht einfach wegsehen.
Und wer merkt, dass er selbst die Kontrolle verliert, muss Verantwortung übernehmen und sich Hilfe holen.
Gewalt in Partnerschaften ist keine Privatsache.
Hinschauen. Ernst nehmen. Hilfe anbieten.
ONE LIFE. DEFEND IT.
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Unter dem Beitrag zum Frauenschwimmen in Köln liest man immer wieder:
„Wie traurig, dass wir so etwas überhaupt brauchen. Wir sollten lieber an den Ursachen arbeiten.“
Ja. Natürlich sollten wir das.
Wir sollten daran arbeiten, dass Frauen sich sicher fühlen, frei entscheiden können und Gleichberechtigung selbstverständlich ist.
Aber warum sollte das bedeuten, dass wir bis dahin keine Lösungen schaffen dürfen?
Für manche Frauen sind diese zwei Stunden vielleicht der Unterschied zwischen nicht schwimmen gehen und schwimmen gehen – aus religiösen Gründen, aus Scham, nach schlechten Erfahrungen oder einfach, weil sie sich unter Frauen wohler fühlen.
Wir müssen nicht jeden dieser Gründe teilen oder verstehen, um zu akzeptieren, dass dieses Angebot für andere wichtig sein kann.
Natürlich kann man darüber diskutieren, ob Samstag die beste Zeit ist und wie öffentliche Angebote möglichst vielen gerecht werden.
Aber zwei Stunden Frauenschwimmen müssen keine gesellschaftlichen Probleme lösen, um sinnvoll zu sein.
Wir können beides:
Ursachen verändern und gleichzeitig Möglichkeiten schaffen.
Und vielleicht dürfen wir anderen Menschen diese zwei Stunden auch einfach mal gönnen.
Ohne „Wann gibt es Männerschwimmen?“
Ohne „Wann gibt es Eselschwimmen?“
Ohne aus jedem Angebot, das nicht für uns gedacht ist, eine Debatte darüber zu machen, wer jetzt angeblich benachteiligt wird.
Nicht jedes Angebot muss für uns sein, damit wir es gut finden können.
Manchmal reicht auch:
Schön, dass es für jemanden da ist, der es braucht.
Wie seht ihr das?
Anlass für diesen Post ist die Diskussion unter dem Beitrag von zum Frauenschwimmen im Chorweilerbad.
Was in einer gesunden Beziehung ein guter Rat ist, kann in einer toxischen Beziehung gefährlich sein.
„Redet miteinander. Klärt eure Probleme unter euch. Hört auf, euren Partner bei anderen schlechtzumachen.“
In einer gesunden Beziehung kann das ein sinnvoller Rat sein. Kommunikation, gegenseitiger Respekt und Privatsphäre sind wichtig.
Aber solche Ratschläge sollten wir nicht verallgemeinern.
Denn sie setzen voraus, dass wir mit einem Menschen zusammen sind, mit dem ein ehrliches und sicheres Gespräch überhaupt möglich ist.
In toxischen, manipulativen oder kontrollierenden Beziehungen kann genau das fehlen. Gespräche können verdreht, Schuld umgekehrt oder die eigene Wahrnehmung infrage gestellt werden.
Wenn die Person, mit der du das Problem klären sollst, gleichzeitig Teil des Problems ist, kann eine Außenperspektive entscheidend sein.
Und sich Freund:innen, Familie oder professioneller Hilfe anzuvertrauen, bedeutet nicht automatisch, den eigenen Partner „schlechtzumachen“.
Deshalb sollten wir vorsichtig mit pauschalen Beziehungsratschlägen sein. Wir wissen nicht, wer gerade zuhört und in welcher Beziehung dieser Mensch lebt.
Was für die einen ein guter Beziehungstipp ist, kann bei anderen dazu führen, dass sie noch länger schweigen.
Privatsphäre ist wichtig. Isolation ist etwas anderes.
Du darfst darüber sprechen.
Du darfst dir Hilfe holen.
Du musst damit nicht alleine bleiben.
Nur weil die Gefahr vorbei ist, bedeutet das nicht, dass der Körper aufgehört hat, sie zu erwarten.
Nach einem schweren Autounfall verstehen wir, dass ein Mensch noch lange danach auf quietschende Reifen, plötzliches Bremsen oder bestimmte Situationen reagieren kann.
Wir nennen das nicht „übertrieben“.
Wir fragen nicht, warum die Person sich nicht einfach zusammenreißt.
Wir verstehen:
Dieser Körper hat etwas erlebt.
Warum fällt uns dieses Verständnis bei Überlebenden partnerschaftlicher Gewalt manchmal so viel schwerer?
Wenn die Bedrohung immer wieder von einem Menschen ausgeht, den man liebt, dem man vertraut und mit dem man vielleicht sogar das eigene Zuhause teilt, kann der Körper lernen, ständig nach Gefahr zu suchen.
Eine Stimme.
Ein Blick.
Schritte im Flur.
Eine Stimmung, die kippt.
Der Körper versucht nicht, schwierig zu sein.
Er versucht zu schützen.
Und auch lange nachdem die Gewalt aufgehört hat, können körperliche Beschwerden bleiben.
Deshalb sollten wir aufhören, nur nach den Verletzungen zu suchen, die wir sehen können.
Nicht jede Wunde ist sichtbar.
Nicht jede Folge verschwindet, wenn die Beziehung endet.
Glaubt Überlebenden.
Nehmt ihre Beschwerden ernst.
Und gebt Heilung die Zeit, die sie braucht.
ONE LIFE DEFENSE
Für Respekt.
Für Aufklärung.
Für starke Frauen.
„Aber er hat mich doch nie geschlagen …“
Diesen Satz sagen sich viele Betroffene lange selbst.
Denn Gewalt in einer Beziehung hinterlässt nicht immer blaue Flecken.
Sie kann bedeuten, dass jemand absichtlich so schnell fährt, dass du Angst bekommst.
Dass dir der Weg versperrt wird, wenn du gehen möchtest.
Dass du durch Silent Treatment bestraft wirst.
Dass du nachts nicht zur Ruhe kommen darfst.
Dass dein Geld, dein Handy oder deine Kontakte kontrolliert werden.
Dass du irgendwann deiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertraust.
Oder dass du sexuellen Handlungen zustimmst, weil du Angst vor den Konsequenzen eines Neins hast.
Körperliche, psychische, finanzielle und sexualisierte Gewalt können sehr unterschiedlich aussehen.
Gerade in Beziehungen, die von narzisstischen und stark kontrollierenden Verhaltensmustern geprägt sind, kann sich die Grenze dessen, was man für „normal“ hält, Stück für Stück verschieben.
Bis man irgendwann zurückblickt und erkennt:
„Das war keine Liebe.
Das war Kontrolle.
Und alles davon war Gewalt.“
Nicht jeder Mensch mit narzisstischen Zügen ist gewalttätig und Gewalt ist kein Beweis für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Entscheidend ist das Verhalten.
Vielleicht erkennst du etwas wieder, das du bisher nie als Gewalt bezeichnet hast.
Speichere diesen Beitrag oder teile ihn – vielleicht hilft er jemandem, das eigene Erleben einzuordnen.
Was solltest du tun, wenn du gestalkt wirst?
Stalking kann verunsichern, Angst machen und den Alltag verändern. Viele Betroffene fragen sich: Reagiere ich über? Was soll ich jetzt tun?
Die Wahrheit ist: Du musst damit nicht alleine umgehen.
In diesem dritten Teil unserer Reihe zeigen wir dir erste wichtige Schritte:
Nimm die Situation ernst.
Vertraue deinem Bauchgefühl.
Sichere Beweise.
Sprich mit Menschen, denen du vertraust.
Hole dir frühzeitig Unterstützung.
Es gibt keine Patentlösung für jede Situation. Jede Betroffene erlebt Stalking anders. Deshalb ist es wichtig, Hilfe zu suchen und gemeinsam zu überlegen, welche Schritte in deiner persönlichen Situation sinnvoll sind.
Du musst dein Bauchgefühl nicht rechtfertigen. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, nimm dieses Gefühl ernst.
Unsere Mission ist Aufklärung. Denn Wissen kann helfen, Warnzeichen früher zu erkennen und Betroffene zu ermutigen, Unterstützung anzunehmen.
Diese Beiträge ersetzen keine rechtliche oder psychologische Beratung. Wenn du dich akut bedroht fühlst oder in Gefahr bist, wende dich bitte sofort an die Polizei oder an eine spezialisierte Beratungsstelle.
Welches Thema sollen wir im nächsten Teil behandeln? Schreib es uns gerne in die Kommentare.
Teile diesen Beitrag. Vielleicht erreicht er genau die Person, die ihn heute braucht
Diese Warnzeichen solltest du kennen.
Stalking beginnt oft nicht mit einer offensichtlichen Bedrohung. Häufig entwickelt es sich schleichend – durch wiederholte Kontaktversuche, das Missachten persönlicher Grenzen oder Verhaltensweisen, die zunächst harmlos wirken.
Deshalb ist es wichtig, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.
In diesem zweiten Teil unserer Reihe erfährst du:
Welche Verhaltensweisen erste Warnsignale sein können.
Warum nicht einzelne Vorfälle, sondern die Wiederholung entscheidend ist.
Weshalb du dein Bauchgefühl ernst nehmen solltest.
Du musst dein Unwohlsein nicht rechtfertigen. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand deine Grenzen wiederholt missachtet, nimm dieses Gefühl ernst.
Aufklärung kann Leben verändern. Deshalb sprechen wir über Themen, über die viel zu selten gesprochen wird.
Diese Reihe ersetzt keine rechtliche oder psychologische Beratung. Wenn du dich akut bedroht fühlst oder in Gefahr bist, wende dich bitte sofort an die Polizei oder eine spezialisierte Beratungsstelle.
Welche Warnzeichen fallen dir noch ein? Gibt es etwas, das wir im nächsten Teil unbedingt aufgreifen sollten? Schreib es gerne in die Kommentare.
Teile diesen Beitrag. Vielleicht hilft er genau der Person, die ihn gerade braucht.
Wo hört Interesse auf – und wo beginnt Stalking?
Und was ist Stalking überhaupt?
Stalking beginnt oft nicht mit einer offensichtlichen Bedrohung. Es beginnt schleichend – mit wiederholten Grenzüberschreitungen, die viele zunächst nicht als Stalking erkennen.
Mit dieser Reihe möchten wir aufklären:
Was Stalking wirklich ist.
Welche Warnzeichen du kennen solltest.
Welche Auswirkungen Stalking auf Betroffene hat.
Welche Möglichkeiten es gibt, sich zu schützen.
Denn Wissen schafft Sicherheit.
Wenn du dich in einer Situation wiedererkennst oder jemanden kennst, der betroffen sein könnte: Du bist nicht allein. Es gibt Hilfe und Unterstützung.
Aufklärung kann Leben verändern. Deshalb sprechen wir über Themen, über die viel zu selten gesprochen wird.
Diese Reihe ersetzt keine rechtliche oder psychologische Beratung. Wenn du dich akut bedroht fühlst oder in Gefahr bist, wende dich bitte sofort an die Polizei oder eine spezialisierte Beratungsstelle.
Welche Themen rund um Stalking sollten wir in den nächsten Teilen unbedingt aufgreifen? Schreib es uns gerne in die Kommentare.
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“Ich bin zu alt.”
“Ich bin nicht stark genug.”
“Ich bin nicht sportlich genug.”
“Ich habe keine Zeit.”
“Ich brauche das doch nicht.”
Kommt dir einer dieser Gedanken bekannt vor?
Die Wahrheit ist: Fast jede Frau hatte mindestens einen dieser Zweifel, bevor sie zum ersten Mal bei uns trainiert hat.
Selbstverteidigung ist nicht nur etwas für Sportliche, Junge oder besonders Mutige.
Sie ist für Menschen, die lernen möchten, sich selbst zu schützen, Grenzen zu setzen und mit mehr Sicherheit durchs Leben zu gehen.
Der erste Schritt ist oft der schwerste – aber er lohnt sich.
Komm zum Probetraining.
Link in Bio.
„Ist es wirklich die Kultur?“
Unter unserem Video kam immer wieder ein ähnlicher Kommentar:
“Das sind nicht Männer, sondern Menschen mit einer bestimmten kulturellen Prägung.”
Dieser Kommentar ist kein Einzelfall.
Wir lesen solche Aussagen regelmäßig unter solchen Videos. Deshalb möchten wir sie heute sachlich einordnen.
Wichtig vorweg: Dieses Reel soll nicht sagen, dass Kultur niemals eine Rolle spielt. Kulturelle Prägungen können Einstellungen und Verhalten beeinflussen.
Unsere Aussage ist eine andere:
Aus einem kurzen Video können wir nicht erkennen,
• wo jemand aufgewachsen ist,
• welche kulturellen Prägungen er mitbringt,
• welche Werte er vertritt.
Alles andere wären Vermutungen.
Deshalb sprechen wir über das, was wir tatsächlich sehen: das Verhalten.
Wer Frauen wirklich schützen möchte, sollte sich nicht auf einfache Erklärungen verlassen.
Gewalt und Belästigung entstehen nicht durch einen einzigen Faktor. Frauenhass, patriarchale Rollenbilder, Radikalisierung, individuelle Einstellungen und auch kulturelle Prägungen können eine Rolle spielen.
Nur wenn wir bei den Fakten bleiben, können wir Probleme ehrlich diskutieren und Lösungen finden
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