LTTC "Rot-Weiß" e.V. Berlin

LTTC "Rot-Weiß" e.V. Berlin

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"Rot-Weiß" – Wir leben Tennis! Der LTTC „Rot-Weiß“ e.V.

ist einer der ältesten und traditionsreichsten Tennis-Clubs der Welt und genießt auch international eine hohe Reputation. Unser Steffi-Graf-Stadion ist als herausragende Anlage für hochklassige und international besetzte Tennisturniere bekannt. Die idyllische Lage am Hundekehlesee, zahlreiche Innen- und Außenplätze, ein vielfältiges Angebot an Sport- und Freizeitmöglichkeiten und eine gepflegte Ga

09/08/2026

𝟮. 𝗕𝘂𝗻𝗱𝗲𝘀𝗹𝗶𝗴𝗮-𝗡𝗼𝗿𝗱: 𝗗𝗲𝗿 𝗹𝗲𝘁𝘇𝘁𝗲 𝗩𝗼𝗿𝗵𝗮𝗻𝗴 𝗳𝗮̈𝗹𝗹𝘁 𝗹𝗲𝗶𝘀𝗲

cg - Der LTTC „Rot-Weiß" beendet die Saison der 2. Bundesliga Nord mit einem klaren 8:1 gegen den Bremer TC von 1912 – und ahnt an diesem Nachmittag noch nicht, dass Berlin im kommenden Jahr gleich vierfach in dieser Liga vertreten sein wird.

Um den Klassenerhalt musste an diesem Sonntag an der Hundekehle niemand mehr zittern. Den hatte sich der LTTC „Rot-Weiß" zwei Tage zuvor mit einem 9:0 gegen den TC GW Nikolassee bereits gesichert. Und doch spielte die Mannschaft, als ginge es um alles. Schnell, konzentriert, ohne die zermürbenden Match-Tie-Breaks, die ihr in dieser Saison so oft die Nerven und am Ende auch Punkte gekostet hatten.

Wie wenig Druck an diesem Nachmittag noch lastete, sah man auch beim Gegner. Der Bremer TC von 1912 war bereits sportlich abgestiegen, reiste entsprechend befreit an. Für die Berliner bedeutete das freie Bahn, und die nutzten sie von der ersten Minute an. Gabi Adrian Boitan brauchte kaum eine Stunde, um seinem Gegner mit 6:1 und 6:0 keine Chance zu lassen, und durfte als Erster früh unter die Dusche. Es war der Auftakt zu einem Tag, an dem an der Hundekehle fast alles nach Plan lief.

Fast alles. Gegen Svyatoslav Gulin fand Oriol Roca-Batalla nie in seinen Rhythmus. Der Bremer bestimmte die Ballwechsel von Beginn an, ließ dem Spanier kaum Raum, eigene Akzente zu setzen, und gewann mit 6:2 und 6:1. Es blieb der einzige Punktverlust des Tages für „Rot-Weiß" – und ein kleiner Wermutstropfen an einem Nachmittag, an dem sonst nichts schiefging.

Auch die Doppel gehörten den Berlinern ohne ernsthafte Gegenwehr, und mit dem letzten Punktgewinn stand am Ende ein deutliches 8:1 auf dem Bogen. Rund 280 Zuschauer quittierten es mit langem Applaus, für viele der letzte Besuch an der Hundekehle vor der Winterpause.

Der Sieg hatte auch tabellarische Folgen. Mit dem letzten Erfolg der Saison zog „Rot-Weiß" noch am TC GW Nikolassee vorbei auf Platz fünf. Beide Teams standen am Ende mit derselben Punktzahl da, doch die deutlich bessere Matchpunktbilanz sprach für „Rot-Weiß". Der TC 1899 Blau-Weiss sicherte sich Rang vier – drei Berliner Mannschaften also unter den ersten fünf einer norddeutschen Liga, ein Ergebnis, das für sich spricht.

Während an der Hundekehle die ersten Glückwünsche ausgesprochen wurden, kämpfte der TC SCC zeitgleich in Augsburg noch um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga. Die Berliner erledigten ihren Teil eindrucksvoll: ein 5:1-Erfolg beim bereits abgestiegenen TC Augsburg Siebentisch. Geholfen hat es am Ende trotzdem nicht. Auch der direkte Konkurrent KölnerTHC Stadion RW gewann sein Spiel und blieb in der Tabelle einen einzigen Punkt vor dem SCC. Der Berliner Traditionsclub muss den Gang in die 2. Bundesliga antreten, trotz eines Sieges, der unter anderen Umständen genügt hätte. Was für den SCC bitter ist, sorgt für ungewöhnliche Nachbarschaft im kommenden Jahr. Vier Berliner Teams werden 2027 gemeinsam in der 2. Bundesliga Nord antreten, mit allem, was das für die Fans bedeutet: mehr Derbys, kürzere Anfahrten, mehr Spitzentennis direkt vor der Haustür.

Als sich die Plätze an der Hundekehle langsam leerten und auf der Terrasse des „Ristorante Grand Slam" noch einmal über Ballwechsel, knappe Niederlagen und den einen entscheidenden Freitag gesprochen wurde, machte sich vor allem eines breit: Zufriedenheit. Nicht mit jedem Ergebnis dieser Saison, aber damit, dass die Mannschaft genau dann geliefert hat, als es darauf ankam.

Unser Dank gilt der gesamten Mannschaft, Team-Kapitän Timo Taplick und dem Trainerteam für eine intensive Bundesliga-Saison, ebenso allen Partnern und Sponsoren, die diese Spielklasse möglich machen, sowie den Mitgliedern, Freunden und Fans, die Woche für Woche mitgefiebert haben, an der Hundekehle und auf den Auswärtsfahrten.

Die Saison 2026 ist Geschichte. Die Vorfreude auf 2027, mit vier Berliner Teams in der 2. Bundesliga Nord, darf beginnen.

07/08/2026

𝗠𝗮𝘁𝗰𝗵𝗯𝗮𝗹𝗹 𝘃𝗲𝗿𝘄𝗮𝗻𝗱𝗲𝗹𝘁, 𝗞𝗹𝗮𝘀𝘀𝗲 𝗴𝗲𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗻

cg - Mit einem ungefährdeten 9:0 gegen den TC GW Nikolassee sichert sich der LTTC „Rot-Weiß“ vorzeitig den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Nord der Herren

Es gibt Spieltage, an denen jeder Punkt mühsam erkämpft werden muss. Und es gibt Nachmittage, an denen eine Mannschaft vom ersten Aufschlag an klarmacht, dass sie heute keine Umwege nehmen möchte. Der vorletzte Spieltag der 2. Bundesliga Nord der Herren an der Hundekehle war ganz eindeutig Letzteres. Im kleinen Berlin-Derby gegen den TC GW Nikolassee ging es für den LTTC „Rot-Weiß“ um mehr als zwei Punkte. Es ging um den Klassenerhalt – und den wollte sich niemand erst am letzten Spieltag verdienen müssen.

Die Ausgangslage hätte unterschiedlicher kaum sein können. Die Gäste aus Zehlendorf reisten mit einem gesicherten fünften Tabellenplatz an, ohne echten Druck im Gepäck. Der LTTC dagegen brauchte dringend etwas Zählbares, um den Klassenerhalt schon vor dem letzten Spieltag festzuzurren. Wer vor Spielbeginn einen Blick auf die beiden Aufstellungen warf, konnte bereits ahnen, wie unterschiedlich beide Teams in diesen Nachmittag gingen.

Vor rund 150 Zuschauern übernahm „Rot-Weiß“ von der ersten Minute an die Kontrolle. Bereits nach gut einer Stunde trug Oberschiedsrichterin Nelli Beder die ersten Einzelsiege in den Spielbericht ein, und es sollte nicht bei wenigen bleiben. Einzig das Duell zwischen Hynek Barton und Lukas Maskow bot echten Widerstand: Maskow hielt im ersten Satz lange gut mit, ehe Barton mit der klügeren Taktik die Oberhand behielt und sich 6:4, 6:3 durchsetzte.

Deutlicher fiel das Ergebnis zwischen Robert Strombachs und Jan Niklas Buchwald aus. Strombachs ließ seinem Gegner beim 6:1, 6:0 kaum eine Gelegenheit, ins Spiel zu finden – ein Resultat, das die Kräfteverhältnisse an diesem Nachmittag ziemlich genau widerspiegelte. Vielleicht kam den Berlinern dabei auch das deutlich mildere Wetter entgegen, nach den heißen Tagen der vergangenen Woche. Vor allem aber wirkte „Rot-Weiß“ von Beginn an fokussiert und bereit, dieses Kapitel möglichst früh abzuschließen.

Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden standen sämtliche Einzel fest: sechs Siege für den LTTC, der Tagessieg damit längst gesichert. Nachlassen wollte an der Hundekehle dennoch niemand – in einer Saison, in der so manches Match-Tie-Break über wenige Punkte entschied, wollte man auch die letzten Zähler nicht leichtfertig liegen lassen.

Während die Mannschaftsführer in der Pause ihre Doppelaufstellungen einreichten, nutzten viele Zuschauer die Zeit für ein Eis oder einen Cappuccino auf der Terrasse des „Ristorante Grand Slam“ und tauschten sich über die bisherigen Matches aus. Unter ihnen machte dabei ein Gedanke augenzwinkernd die Runde: Ob Nikolassee heute nicht mit einem kleinen Geschenk, verpackt in einer großen roten Schleife, an die Hundekehle gekommen sei. Ganz von der Hand zu weisen war der Verdacht nicht – hinter vorgehaltener Hand hieß es, man habe dem LTTC die Chance auf den Klassenerhalt bewusst nicht verbauen wollen, während man selbst längst gesichert im Tabellenmittelfeld stand. Nebenbei, so ein Scherz am Spielfeldrand, spare man sich damit auch gleich den CO2-Fußabdruck für unnötige Reisen im kommenden Jahr. Der Treppenwitz an der Sache: Sollte Berlin dadurch tatsächlich mit drei Mannschaften in der 2. Bundesliga Nord vertreten bleiben, dürften sich vor allem die Fans freuen, die sich auf kurze Wege zu hochklassigen Derbys verlassen können.

Auch die Doppel gingen komplett an „Rot-Weiß“. Am Ende stand ein klares 9:0 auf dem Spielberichtsbogen – gerade einmal 30 Spiele überließ der LTTC den Gästen aus Zehlendorf an diesem Nachmittag. Eine Überlegenheit, wie man sie sich bei der einen oder anderen engen Saisonbegegnung auch gerne gewünscht hätte. Zu oft war der LTTC in dieser Spielzeit nah dran gewesen, ehe ihm in Match-Tie-Breaks das nötige Glück fehlte.

Mit diesem Erfolg steht der LTTC „Rot-Weiß“ zwar nur auf Tabellenplatz sechs, doch die sechs Punkte reichen für den vorzeitigen Klassenerhalt: Der Marienburger SC und der Bremer TC von 1912 stehen mit nur zwei Punkten auf den Abstiegsrängen und können nicht mehr vorbeiziehen. Der heutige Spieltag war damit exakt die Punktlandung, die sich der LTTC erhofft hatte. In der Saison 2027 werden die Karten neu gemischt - hoffentlich mit weniger Begegnungen mit jenem Match-Tie-Break-Monster, das dem Team in diesem Jahr immer wieder Salz in die Suppe gestreut hat.

Ein großer Dank geht an die Fans am Spielfeldrand, die ihren Teil zum Heimsieg beigetragen haben, ebenso an alle, die von zu Hause aus den Livescore verfolgt haben - und an den TC GW Nikolassee für einen fairen Spieltag.

Ganz vorbei ist die Saison damit noch nicht. Am kommenden Sonntag, dem 9. August 2026, steht das letzte Heimspiel an: gegen den Abstiegskandidaten Bremer TC von 1912. Wer noch einmal starkes Tennis an der Hundekehle erleben möchte, ist herzlich eingeladen.

02/08/2026

𝗗𝗶𝗲 𝗹𝗲𝘁𝘇𝘁𝗲𝗻 𝗯𝗲𝗶𝗱𝗲𝗻 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝘁𝗮𝗴𝗲 𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻 𝘇𝘂𝗿 𝗕𝗲𝘄𝗮̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴𝘀𝗽𝗿𝗼𝗯𝗲

cg - Manchmal erzählt schon die Mannschaftsaufstellung die Geschichte eines Spieltags. So war es auch am siebten Spieltag der 2. Bundesliga Nord der Herren. Nach der Begegnung beim Tabellenführer Rochusclub blieb das Team des LTTC „Rot-Weiß“ zunächst in Nordrhein-Westfalen und machte sich von Düsseldorf auf den rund 80 Kilometer langen Weg nach Aachen. Dort wartete das letzte Auswärtsspiel der Saison, bevor am kommenden Wochenende an der Hundekehle die entscheidenden Begegnungen um den Klassenerhalt anstehen.

Die Berliner gingen die Aufgabe mit Bedacht an. Um Kräfte und Ressourcen für die beiden verbleibenden Heimspiele zu schonen, trat „Rot-Weiß“ mit einer veränderten Besetzung an. Für einige Spieler aus den hinteren Positionen der Meldeliste bot sich damit die Gelegenheit, erstmals Bundesliga-Luft zu schnuppern und Erfahrungen auf höchstem nationalen Niveau zu sammeln. Dass die Favoritenrolle klar bei den Gastgebern lag, war bereits vor dem ersten Ballwechsel kein Geheimnis. Dennoch hatte sich wohl niemand vorgestellt, am Ende ohne einen einzigen Matchpunkt die Heimreise antreten zu müssen.

Wer den Spieltag aus Berlin über den Livescore verfolgte, musste diesmal nicht bis zum Nachmittag auf dramatische Wendungen warten. Die ersten Ergebnisse ließen früh erkennen, in welche Richtung sich dieser Sonntag entwickeln würde.

Nino Ehrenschneider traf auf den Belgier Gauthier Onclin und fand gegen dessen druckvolles Spiel kaum ein wirksames Mittel. Auch Oliver Olsson feierte seinen ersten Bundesliga-Einsatz. Gegen Michael Geerts bekam der junge Berliner einen Eindruck davon, wie hoch das Niveau in der 2. Bundesliga tatsächlich ist. Lenard Soha stand ebenfalls erstmals in dieser Saison in der Startformation und sammelte wertvolle Erfahrungen, auch wenn das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel.

In der zweiten Einzelrunde hoffte „Rot-Weiß“ auf eine Wende. Robert Strombachs stemmte sich gegen den Niederländer Jesper de Jong mit allem, was ihm zur Verfügung stand, musste jedoch anerkennen, dass sein Gegner an diesem Nachmittag die besseren Antworten fand. Auch Timo Stodder, in dieser Saison häufig einer der verlässlichsten Punktelieferanten der Berliner, erwischte keinen guten Tag. Gegen Max Houkes fand selbst die sonst so sichere Bank des LTTC nie richtig in ihren Rhythmus.

Ein wenig Spannung brachte schließlich noch Artem Lyapshin auf die Anlage. Nach verlorenem ersten Satz fand er zunehmend Zugriff auf das Match gegen Santiago Rodriguez Taverna und machte deutlich, dass er sich keineswegs kampflos geschlagen geben wollte. Mit viel Einsatz kämpfte er sich in den Tie-Break des zweiten Satzes, doch auch dort behielt der Aachener die Oberhand. Es war einer jener Momente, in denen sich zeigte, dass Einsatz und Wille allein manchmal nicht genügen, wenn auf der anderen Seite schlicht die bessere Tagesform steht.

Damit war die Entscheidung bereits nach den Einzeln gefallen. Aachen führte uneinholbar und hatte den Tagessieg sicher.

Auch in den anschließenden Doppeln gelang es den Berlinern nicht mehr, das Blatt zu wenden. Strombachs und Stodder, Ehrenschneider und Soha sowie Olsson und Kugel kämpften um jeden Punkt, doch alle drei Begegnungen gingen in zwei Sätzen an die Gastgeber. Bemerkenswert war dabei fast, dass diesmal weder Match-Tie-Breaks noch nervenaufreibende Schlussphasen den Spieltag prägten. Aachen spielte seine Stärke konsequent aus und ließ den Berlinern kaum Möglichkeiten, noch einmal zurückzukommen.

Rund 350 Zuschauer sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse und durften sich über einen souveränen Heimerfolg freuen. Im Kampf um den Aufstieg verändert dieses Ergebnis allerdings nur wenig. An der Spitze zieht weiterhin der Rochusclub unbeirrt seine Kreise und unterstrich parallel beim TC 1899 Blau-Weiss einmal mehr seine Ambitionen auf die sofortige Rückkehr in die 1. Bundesliga.

Für den LTTC „Rot-Weiß“ richtet sich der Blick ohnehin längst auf das Wesentliche. Die Tabelle zeigt zwar weiterhin das untere Drittel, ein Abstiegsplatz ist es derzeit jedoch nicht. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass die Saison nun genau dort entschieden wird, wo man sie am liebsten entscheidet: auf der eigenen Anlage.

Zwei Heimspiele bleiben noch, zwei Gelegenheiten, den Klassenerhalt aus eigener Kraft perfekt zu machen.

Den Anfang macht am kommenden Freitag, dem 7. August 2026, ab 13:00 Uhr das kleine Berlin-Derby gegen den TC GW Nikolassee. Die Zehlendorfer werden ihre Fans mitbringen, daran besteht kaum ein Zweifel. Umso mehr sind nun auch die Mitglieder und Freunde des LTTC gefragt. Denn eines hat diese Saison immer wieder gezeigt: Bundesliga-Tennis lebt nicht nur von guten Ballwechseln, sondern auch von Menschen, die direkt am Spielfeldrand mitfiebern, anfeuern und ihrer Mannschaft den Rücken stärken.

Also lassen Sie den Livescore für einen Nachmittag einmal Livescore sein und kommen Sie an die Hundekehle. Jetzt zählt jede Stimme von der Tribüne.

31/07/2026

𝗠𝗲𝗵𝗿 𝗱𝗿𝗶𝗻 𝗯𝗲𝗶𝗺 𝗦𝗽𝗶𝘁𝘇𝗲𝗻𝗿𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿

Düsseldorf an einem Freitagnachmittag im Hochsommer. 28 Grad, Sonne und auf der anderen Seite des Netzes ausgerechnet jene Mannschaft, die in dieser Saison bislang noch niemand bezwingen konnte. Der sechste Spieltag der 2. Bundesliga Nord führte unsere 1. Herren zum Rochusclub, dem Absteiger aus der 1. Bundesliga, aktuellen Tabellenführer und ziemlich deutlichen Anwärter darauf, seinen Aufenthalt eine Etage tiefer möglichst kurz zu halten.

Dass „Rot-Weiß“ angesichts dieser Ausgangslage nicht sämtliche Goldstückchen in die Waagschale warf, gehörte zur Planung dieses langen Bundesliga-Wochenendes. Schließlich wartet bereits am Sonntag die nächste Begegnung in Aachen. Mit Robert Strombachs, Oleksii Krutykh, Artem Lyapshin, Nino Ehrenschneider, Oriol Roca-Batalla und Timo Stodder sowie Team-Kapitän Timo Taplick ging es im bett1 Sprinter und mit Unterstützung eines leistungsstarken Porsche der Porsche Zentren Berlin Richtung Düsseldorf. Kleineres Besteck vielleicht, aber ganz sicher keine weiße Fahne im Gepäck.

Und Robert Strombachs zeigte gleich, dass „Rot-Weiß“ keineswegs nur als freundlicher Sparringspartner angereist war. Gegen Tomasz Berkieta geriet er im ersten Satz deutlich ins Hintertreffen, kämpfte sich zurück, musste den Durchgang aber dennoch abgeben. Im zweiten Satz wurde daraus ein Kampf um jeden Zentimeter Asche. Strombachs blieb dran, rettete sich in den Tie-Break und holte den Satzausgleich. Im Match-Tie-Break spielte er die Partie konzentriert zu Ende und ließ anschließend die geballte Faust sprechen. Erster Matchpunkt für Berlin.

Auch Oleksii Krutykh musste gegen Marc Majdandzic zunächst einem Satzrückstand hinterherlaufen. Im zweiten Durchgang übernahm er zunehmend das Kommando und erzwang ebenfalls den Match-Tie-Break. Diesmal fehlten dort die entscheidenden Punkte und Düsseldorf glich aus.

Eine ganz eigene Geschichte schrieb Artem Lyapshin. Bei seinem ersten Einzel-Einsatz in der 2. Bundesliga bekam er mit Max Stenzer gleich einen Gegner, bei dem wenig Zeit blieb, sich gemütlich an die neue Aufgabe zu gewöhnen. Lyapshin geriet zunächst zurück, arbeitete sich aber eindrucksvoll in die Partie hinein und zwang den ersten Satz in den Tie-Break. Auch im zweiten Durchgang blieb er hartnäckig, spielte mutig und ließ Stenzer bis in die entscheidende Phase nicht davonziehen. Zum ersten Matchpunkt reichte es noch nicht, aber dieses Bundesliga-Debüt konnte sich sehen lassen.

Nino Ehrenschneider fand gegen Neil Oberleitner diesmal nicht richtig in jene Spur, die ihn in den vergangenen Begegnungen immer wieder ausgezeichnet hatte. Der Österreicher setzte früh die Akzente und holte den nächsten Punkt für den Rochusclub.

Oriol Roca-Batalla brauchte gegen Jelle Sels zunächst ebenfalls etwas Zeit. Der Niederländer bestimmte den ersten Satz, doch danach änderte sich das Bild. Roca-Batalla biss sich ins Match, holte sich den zweiten Durchgang im Tie-Break und behielt anschließend auch in der Entscheidung die Nerven. Zweiter Matchpunkt für „Rot-Weiß“.

Timo Stodder lieferte sich unterdessen mit Filip Horansky eine Partie, in der kaum etwas zwischen die beiden Spieler passte. Ausgerechnet mittendrin verschwand für alle Fans in Berlin plötzlich der Livescore. Keine Zwischenstände mehr, keine Zahlen, kein heimliches Aktualisieren des Bildschirms. Wer den Spieltag aus der Ferne verfolgte, musste eine alte Kulturtechnik wiederentdecken: warten.

Erst später gab es die Auflösung. Stodder hatte Horansky zwei Sätze lang alles abverlangt, beide Durchgänge gingen in den Tie-Break und beide Male hatte der Düsseldorfer knapp die Nase vorn.

Nach den Einzeln führte der Rochusclub mit 4:2. Eine schwierige Ausgangslage, aber eine, die den Berlinern bekannt vorkam. Beim Derby gegen den TC 1899 Blau-Weiss war aus genau dieser Situation beinahe noch der große Coup gelungen.

Vielleicht noch einmal?

Oriol Roca-Batalla und Timo Stodder machten jedenfalls den Anfang. Gegen Jelle Sels und Tomasz Berkieta spielten sie konzentriert und brachten den dritten Berliner Matchpunkt ins Ziel. Plötzlich durfte wieder ein wenig gerechnet werden.

Doch diesmal blieb der nächste Dominostein stehen. Nino Ehrenschneider und Oleksii Krutykh fanden gegen Neil Oberleitner und Marc Majdandzic nicht den nötigen Zugriff auf die Partie. Düsseldorf gewann und hatte damit den Tagessieg sicher.

Robert Strombachs und Artem Lyapshin waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch beschäftigt. Gegen Filip Horansky und Max Stenzer holten sie den ersten Satz nach Berlin, mussten den zweiten abgeben und landeten im Match-Tie-Break. Gerade einmal zwei Punkte fehlten am Ende zu einem weiteren Berliner Matchgewinn.

Damit stand das 3:6 fest.

Der Rochusclub bleibt auch nach diesem Spieltag ungeschlagen und verteidigt seine Tabellenführung. Trotzdem durfte sich „Rot-Weiß“ auf der Rückfahrt ein wenig darüber ärgern, dass nicht noch mehr drin war. Vier Match-Tie-Breaks gab es an diesem Nachmittag, zwei gingen nach Düsseldorf und zwei nach Berlin. Der Tabellenführer war stark, aber die Berliner waren keineswegs nur zum Punktelieferanten nach Düsseldorf gekommen.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht. Düsseldorf liegt hinter uns, das Bundesliga-Wochenende ist aber noch lange nicht vorbei. Die Reise geht weiter nach Aachen, wo bereits am Sonntag beim TK Blau-Weiss Aachen die nächste Aufgabe wartet. Hoffen wir für alle Daheimgebliebenen, dass diesmal auch der Livescore bis zum letzten Ballwechsel durchhält.

Und wer nach all den Auswärtsterminen endlich wieder Bundesliga-Tennis direkt an der Hundekehle erleben möchte, sollte sich Freitag, den 7. August 2026, dick im Kalender markieren. Ab 13:00 Uhr empfängt „Rot-Weiß“ den TC GW Nikolassee zum nächsten kleinen Berlin-Derby.

Bis dahin heißt es für unsere 1. Herren: Düsseldorf abhaken, Kräfte sammeln und weiter nach Aachen.

26/07/2026

𝗞𝗿𝗲𝗳𝗲𝗹𝗱𝗲𝗿 𝗙𝗮𝗻𝗽𝗼𝘄𝗲𝗿 𝘁𝗿𝗶𝗳𝗳𝘁 𝗕𝗲𝗿𝗹𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗞𝗮𝗺𝗽𝗳𝗴𝗲𝗶𝘀𝘁

cg - Pünktlich um 11:00 Uhr war die Hundekehle bereit für den fünften Spieltag der 2. Bundesliga Nord. Nur bei der Verteilung der Zuschauer hätte man zunächst meinen können, der HTC Blau-Weiß Krefeld hätte vorsichtshalber einen Reisebus mehr nach Berlin geschickt. Während sich die Reihen der heimischen Fans erst langsam füllten, waren die Gäste aus Nordrhein-Westfalen längst akustisch angekommen. „Blau-Weiß, Krefeld“ hallte über die Anlage, anfangs kräftig, später sehr kräftig und bei wichtigen Punkten in einer Lautstärke, die selbst auf den hinteren Plätzen kaum zu überhören war.

Wer Bundesliga-Tennis in Krefeld kennt, dürfte davon wenig überrascht gewesen sein. Der HTC Blau-Weiß gehört zu den Gründungsmitgliedern der Tennis-Bundesliga, und seine Fans tragen diese Tradition mit bemerkenswerter Leidenschaft. Sie reisen mit, sie fiebern mit und sie machen aus einem Auswärtsspiel gern ein kleines Heimspiel. Genau diese Stimmung sollte an diesem Sonntag noch eine wichtige Rolle spielen.

Sportlich setzte zunächst Oriol Roca-Batalla das erste Ausrufezeichen. Gegen Alejandro Moro Canas präsentierte er sich deutlich souveräner als noch beim Berlin-Derby zwei Tage zuvor. Von Beginn an bestimmte er die Richtung, ließ seinem Gegner kaum Möglichkeiten, selbst ins Spiel zu finden und holte mit einem beeindruckenden 6:0, 6:2 den ersten Matchpunkt für „Rot-Weiß“. Ein Auftritt, der kaum Fragen offenließ.

Nino Ehrenschneider hatte Antoine Escoffier im ersten Satz ebenfalls gut im Griff und sicherte sich diesen mit 6:4. Im zweiten Durchgang wurde die Partie enger, gleichzeitig erhöhte sich von außen die Schlagzahl der Krefelder Unterstützung. Escoffier fand besser ins Match und erzwang den Satzausgleich. Also musste jene Disziplin entscheiden, mit der die Berliner in dieser Saison inzwischen eine ausgesprochen wechselhafte Beziehung pflegen: der Match-Tie-Break. Das Match-Tie-Break-Monster ließ sich diesmal allerdings nicht blicken. Ehrenschneider blieb konzentriert, gewann mit 10:5 und brachte den zweiten Punkt auf das Berliner Konto.

Robert Strombachs wiederum machte aus seinem Einzel eine Angelegenheit für Freunde enger Spielstände. Beide Sätze gingen bis in den Tie-Break, beide Male behielt Strombachs die Oberhand. Es war eines dieser Matches, bei denen kaum Luft zwischen die Kontrahenten passt und am Ende die Fähigkeit entscheidet, gerade dann sauber zu spielen, wenn jeder einzelne Punkt ein wenig schwerer wiegt.

Auf einem anderen Platz rückte das Ergebnis plötzlich in den Hintergrund. Timo Stodder hatte den ersten Satz gegen Giovanni Fonio mit 4:6 verloren, als seine Partnerin als Zuschauerin am Spielfeldrand zu Beginn des zweiten Satzes medizinische Hilfe benötigte. Das Match wurde unterbrochen, wenig später standen Rettungswagen und Notarzt mit Blaulicht unmittelbar an den Courts. Mehr gehört an dieser Stelle nicht in einen Spielbericht. Wohl aber die Szene, die schließlich für Erleichterung sorgte: zwei erhobene Daumen vom Spielfeldrand. Das Signal, dass Stodder den Fokus wieder auf Tennis richten konnte.

Wie schwer es sein muss, nach einer solchen Situation den Kopf wieder freizubekommen, lässt sich von außen kaum beurteilen. Stodder gelang es. Er kam zurück auf den Platz, fand wieder in sein Spiel und drehte den zweiten Satz mit 6:4 komplett zu seinen Gunsten. Dann kroch es allerdings erneut hervor, das Match-Tie-Break-Monster. Begleitet von immer lauteren Krefelder Sprechchören entwickelte sich eine enge Entscheidung, die Fonio schließlich mit 11:9 gewann. Unter diesen Umständen war das Resultat fast nur noch die Fußnote eines bemerkenswerten Matches.

Hynek Barton musste sich Stefano Travaglia mit 6:3, 3:6, 5:10 geschlagen geben. Oleksii Krutykh fand gegen Giovanni Oradini nicht ausreichend Zugriff auf die Partie und verlor mit 2:6, 2:6. Damit war klar, dass auch dieser Bundesliga-Sonntag seine Entscheidung erst in den Doppeln finden würde.

Nach einer guten halben Stunde Pause kamen die Mannschaften zurück auf die Plätze. Auch die Krefelder Fans waren bestens vorbereitet. Die eine oder andere „Apfelschorle“ hatte inzwischen offenbar zusätzlich für gut geölte Stimmbänder gesorgt, jedenfalls wurden die Schlachtrufe nicht leiser. Im Gegenteil.

Robert Strombachs und Timo Stodder trafen auf das italienische Duo Giovanni Oradini und Giovanni Fonio. Nach 4:6 und 6:4 musste auch dieses Match in den entscheidenden Match-Tie-Break. Wieder war alles möglich, wieder stand die Begegnung auf Messers Schneide und wieder trugen die Krefelder Fans ihre Mannschaft lautstark durch jeden einzelnen Punkt. Beim Matchball gegen Berlin passierte Strombachs schließlich ausgerechnet das, was in einem solchen Moment niemand gebrauchen kann. Doppelfehler. Match verloren, Punkt für Krefeld.

Zwischenstand 3:4.

Inzwischen hatte sich auch das Wetter in die Dramaturgie eingemischt. Nieselregen lag über der Hundekehle, Zuschauer suchten Schutz im Clubhaus oder rückten unter den Sonnenschirmen zusammen. Auf den Courts wurde weitergespielt. Solange die Spieler keine Unterbrechung verlangten, bestand für Oberschiedsrichterin Anja Kühne kein Anlass, die Begegnungen zu stoppen.

Und so spielte sich das spanische Berliner Doppel Oriol Roca-Batalla und Alvaro Lopez San Martin durch den Regen. Gegen Travaglia und Moro Canas mussten sie im ersten Satz bis in den Tie-Break, entschieden diesen mit 7:6(2) für sich und ließen anschließend beim 6:1 keine Zweifel mehr aufkommen.

4:4.

Damit hing ein kompletter Bundesligaspieltag plötzlich an einem einzigen Doppel. Nino Ehrenschneider und Oleksii Krutykh gegen Sascha Gueymard Wayenburg und Antoine Escoffier. Der erste Satz ging mit 4:6 an die Franzosen. Vielleicht hatten die Berliner den Beginn ein wenig verschlafen, vielleicht brauchten sie einfach Zeit, um in dieses Match hineinzufinden. Im zweiten Satz waren sie jedenfalls da. Mit 6:3 holten sie die Partie zurück und zwangen auch dieses Doppel in den Match-Tie-Break.

Natürlich.

An diesem Nachmittag konnte es kaum anders enden.

Diesmal erschien das Match-Tie-Break-Monster nicht heimlich, sondern mit großem Getöse. Die Krefelder Anhänger hatten längst noch einmal eine Schippe draufgelegt, während nun auch die Berliner Zuschauer ihre Mannschaft zunehmend lautstark unterstützten. „Rot-Weiß, Berlin“ kam zunächst etwas zögerlich, dann immer entschlossener von den Rängen zurück. Zwei Fanlager, vier Spieler und zehn Punkte, die längst nicht reichen sollten.

Beim Stand von 7:9 hatten die Krefelder ihren ersten Matchball. Abgewehrt. 8:9, der nächste. Wieder abgewehrt. 9:9. Dann 9:10, erneut Matchball Krefeld. 10:10. Es folgten 10:11, 11:11 und schließlich 11:12. Viermal hatten Ehrenschneider und Krutykh zu diesem Zeitpunkt bereits verhindert, dass die Gäste jubeln konnten. Auch diesen Matchball wehrten sie zunächst ab, doch Krefeld bekam die nächste Gelegenheit. Beim fünften Anlauf war Schluss.

11:13.

Für einen Moment entlud sich all die Spannung, die sich über Stunden aufgebaut hatte. Auf der einen Seite der Jubel eines Krefelder Teams und seiner Fans, die ihre Spieler an diesem Nachmittag tatsächlich ein Stück weit zum Sieg getragen hatten. Auf der anderen Seite die Enttäuschung einer Berliner Mannschaft, die wieder einmal nur wenige Punkte von einem ganz anderen Ergebnis entfernt gewesen war.

4:5. Schon wieder.

Es ist ein Ergebnis, das sich bitter liest, gerade weil „Rot-Weiß“ erneut keineswegs weit entfernt war. Vielmehr entwickelt sich diese Saison zu einer erstaunlichen Sammlung hauchdünner Entscheidungen. Mehr als zehn Match-Tie-Breaks gingen inzwischen verloren. Oriol Roca-Batalla brachte es nach der Begegnung bemerkenswert gelassen auf den Punkt: „Wir verlieren nicht leicht. Würden wir leicht verlieren, hätten wir ein Problem.“

Vielleicht beschreibt kaum ein Satz diesen bisherigen Saisonverlauf besser. Die Mannschaft ist konkurrenzfähig, sie kämpft, sie bleibt in den Begegnungen und sie zwingt ihre Gegner immer wieder bis in die letzten Punkte. Nur die Bilanz dieser letzten Punkte darf sich aus Berliner Sicht langsam etwas freundlicher entwickeln.

Zeit, lange über das 4:5 nachzudenken, bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Freitag wartet auswärts der Rochusclub, am Sonntag geht es weiter nach Aachen. Danach kehrt die Mannschaft wieder an die Hundekehle zurück. Am Freitag, dem 7. August 2026, steht ab 13:00 Uhr gegen den TC GW Nikolassee das nächste kleine Berlin-Derby auf dem Programm.

Vier Spieltage bleiben. Vier Gelegenheiten, Punkte zu sammeln und sich einen sicheren Platz in der 2. Bundesliga Nord zu erarbeiten. Und vielleicht wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt, dem Match-Tie-Break-Monster endgültig zu zeigen, wer an der Hundekehle zu Hause ist.

Wer unterdessen die Atmosphäre des jüngsten Berlin-Derbys gegen den TC 1899 Blau-Weiss noch einmal erleben möchte, dem sei die Videozusammenfassung von Hauptstadtsport.TV empfohlen. Denn nach diesem intensiven Sonntag gegen Krefeld steht eines fest: Bundesliga-Tennis an der Hundekehle erzählt derzeit Geschichten, für die ein Livescore allein einfach nicht ausreicht.

https://www.youtube.com/watch?v=CVlYT8-2F7Q

24/07/2026

𝗕𝗲𝗿𝗹𝗶𝗻-𝗗𝗲𝗿𝗯𝘆 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝟮. 𝗕𝘂𝗻𝗱𝗲𝘀𝗹𝗶𝗴𝗮 𝗡𝗼𝗿𝗱: 𝗘𝗶𝗻 𝗧𝗲𝗻𝗻𝗶𝘀𝗳𝗲𝘀𝘁 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗯𝗲𝘀𝘀𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗘𝗻𝗱𝗲 𝗳𝘂̈𝗿 𝗕𝗹𝗮𝘂-𝗪𝗲𝗶𝘀𝘀

cg - Es gibt Spieltage, die bleiben in Erinnerung, ganz gleich, wie sie ausgehen. Dieser vierte Spieltag der 2. Bundesliga Nord gehörte dazu. Nur wenige Straßenzüge trennen den LTTC „Rot-Weiß“ und den TC 1899 Blau-Weiss voneinander. Man kennt sich seit vielen Jahren, begegnet sich mit großem Respekt und pflegt eine freundschaftliche Verbindung. Für ein paar Stunden trat all das jedoch in den Hintergrund. Es war Derbyzeit.

Schon lange vor dem ersten Aufschlag lag eine besondere Stimmung über der Anlage in der Waldmeisterstraße. Rund 650 Zuschauer verwandelten das Vereinsgelände in einen Treffpunkt der Berliner Tennisszene. Überall wurden Hände geschüttelt, alte Weggefährten begrüßt, gefachsimpelt und gelacht. Und mittendrin sechs Einzel, die von Beginn an zeigten, weshalb die 2. Bundesliga derzeit zu den attraktivsten Ligen des deutschen Tennissports gehört.

Den Auftakt machte Robert Strombachs gegen Alex Rybakov. Es entwickelte sich sofort ein intensives Duell mit langen Ballwechseln und kaum einem geschenkten Punkt. Der erste Satz musste folgerichtig im Tie-Break entschieden werden. Dort hatte Rybakov das bessere Ende für sich. Im zweiten Satz fand Strombachs nicht mehr den nötigen Zugriff auf das Spiel. Blau-Weiss ging mit 7:6(3), 6:1 in Führung. Ein erster Dämpfer für die Gäste.

Nicht besser lief es für Alvaro Lopez San Martin gegen Mariano Dedura-Palomero. Der junge Blau-Weisse spielte in beeindruckender Verfassung, nahm nahezu jeden Ball früh und diktierte das Tempo. Immer wieder hallten spanische Flüche über den Platz, weil Lopez San Martin Lösungen suchte, aber kaum welche fand. Manchmal muss man die Leistung des Gegners einfach anerkennen. Dedura-Palomero spielte an diesem Nachmittag nahezu fehlerfrei und gewann verdient mit 6:2, 6:4.

Der LTTC brauchte nun ein Zeichen. Und das setzte Oleksii Krutykh.

Gegen den Griechen Aristoteles Thanos spielte der Ukrainer äußerst konzentriert und ließ seinem Gegner beim 6:2, 6:2 kaum Luft zum Atmen. Es war der erste Berliner Punkt und gleichzeitig ein wichtiger Impuls für die Mannschaft.

Viele Blicke richteten sich anschließend auf Platz eins. Nino Ehrenschneider gegen Rudolf Molleker lautete die Paarung, auf die sich viele Tennisfreunde besonders gefreut hatten. Molleker, der vor einigen Jahren noch für den LTTC „Rot-Weiß“ aufschlug und heute das Trikot des TC 1899 Blau-Weiss trägt, zeigte einmal mehr, welch enormes Potenzial noch immer in ihm steckt. Bei vielen langjährigen "rot-weißen" wurde dabei die Erinnerung an das viel zu früh verstorbene Ehrenmitglied Bernd Warneck wach. Er war über viele Jahre einer der engagiertesten Förderer Mollekers und hätte dieses Wiedersehen mit einem stolzen Lächeln verfolgt. Was anschließend auf dem Platz geboten wurde, war Tennis auf höchstem Niveau und eines Berlin-Derbys mehr als würdig.

Molleker gewann den ersten Satz mit 6:3. Ehrenschneider aber zeigte einmal mehr, weshalb er in dieser Saison zu den positiven Überraschungen des LTTC gehört. Er steigerte sich deutlich, wurde mutiger und glich mit 6:3 aus.

Und da war es wieder.

Das Match-Tie-Break-Monster.

Langsam entwickelt sich dieser Begriff tatsächlich zu einem festen Begleiter der Saison. Schon in Oldenburg kostete es "Rot-Weiß" mehrere Matchpunkte. Gegen Suchsdorf wurde das Monster erstmals gezähmt. Nun stand es erneut auf dem Platz.

Ehrenschneider kämpfte leidenschaftlich, wehrte sich gegen jeden Ball und brachte die Zuschauer immer wieder zum Applaudieren. Doch am Ende schlug das Match-Tie-Break-Monster wieder zu. Molleker gewann hauchdünn mit 11:9. Eine Niederlage, die sich fast wie ein Sieg anfühlte, weil beide Spieler Tennis auf außergewöhnlich hohem Niveau zeigten.

Timo Stodder blieb dagegen einmal mehr die verlässliche Konstante im Berliner Team. Ruhig, fokussiert und mit beeindruckender Sicherheit gewann er sein Einzel mit 6:3, 6:3. Es war der zweite Punkt für den LTTC und einmal mehr der Beweis, weshalb auf Stodder nahezu immer Verlass ist.

Währenddessen entwickelte sich auf Platz B ein weiteres Spitzenspiel. Oriol Roca-Batalla traf auf Juan Bautista Torres. Als das Match zwischen Ehrenschneider und Molleker beendet war, wechselten zahlreiche Zuschauer hinüber auf den kleineren Court. Dort wurde inzwischen um jeden Ball gefightet.

Roca-Batalla gewann den ersten Satz mit 6:3 und schien die Partie zunächst gut im Griff zu haben. Doch Juan Bautista Torres kämpfte sich eindrucksvoll zurück, entschied den zweiten Durchgang im Tie-Break für sich und zwang auch dieses Match in die Entscheidung. Natürlich tauchte damit wieder das Match-Tie-Break-Monster auf. Diesmal schien Roca-Batalla den Spuk endlich zu vertreiben. Beim Stand von 7:1 sprach nahezu alles für den "Rot-Weiß" Spieler. Doch plötzlich riss der Faden. Torres spielte mutiger, Punkt für Punkt schmolz der Vorsprung dahin und ehe sich die Zuschauer versahen, war das Match gekippt. 12:10 für den Argentinier. Sprachlose Gesichter auf der einen Seite, grenzenloser Jubel auf der anderen. Nach den Einzeln führte Blau-Weiss damit 4:2.

Die Ausgangslage war nun eindeutig. Den Gastgebern fehlte nur noch ein Doppelsieg zum Gesamterfolg, während der LTTC „Rot-Weiß“ alle drei Doppel gewinnen musste. Während der Pause wurde gerechnet, diskutiert und taktiert. Die Paarungen wurden eingetragen, Spieler dehnten sich noch einmal oder füllten ihre Energiespeicher auf. Oriol Roca-Batalla griff sogar zur Salzmühle am Spielerbuffet und gab etwas Natriumchlorid in seine Trinkflasche. Eine kleine Szene am Rande, die zeigte, wie akribisch in einer solch engen Bundesliga-Begegnung selbst auf die kleinsten Details geachtet wird.

Was anschließend folgte, war der vielleicht spektakulärste Abschnitt dieses Berlin-Derbys. Es fühlte sich an wie eine Reihe fallender Dominosteine. Zunächst gewannen Roca-Batalla und Lopez San Martin ihr Doppel souverän mit 6:3, 6:3. Nur wenig später legten Ehrenschneider und Krutykh nach und stellten mit einem 6:3, 7:5 tatsächlich auf 4:4. Plötzlich war alles wieder offen. Sämtliche Blicke richteten sich nun auf das letzte verbliebene Doppel zwischen Robert Strombachs und Timo Stodder sowie Juan Bautista Torres und Aristoteles Thanos. Der erste Satz ging mit 6:3 an den LTTC „Rot-Weiß“, die Hoffnung wuchs mit jedem Ballwechsel und immer mehr Zuschauer drängten sich zwischen den Plätzen. Die Atmosphäre wurde von Minute zu Minute dichter und machte dieses letzte Match zum würdigen Höhepunkt eines großartigen Tennisnachmittags.

Doch Blau-Weiss fand noch einmal eine Antwort. Der zweite Satz ging an die Gastgeber und damit war es erneut da, das Match-Tie-Break-Monster. Diesmal ließ es "Rot-Weiß" keine Chance. Zu viele Bälle landeten nun knapp hinter der Grundlinie, während Blau-Weiss in den entscheidenden Momenten kühlen Kopf bewahrte. Mit 10:3 sicherten sich Torres und Thanos den entscheidenden Punkt zum 5:4-Endstand.

Natürlich war die Enttäuschung beim LTTC groß. Nach dieser beeindruckenden Aufholjagd schien das Wunder zum Greifen nah. Umso schmerzhafter fühlte sich der letzte Ballwechsel an.

Dennoch gehört zur Wahrheit dieses Tages auch, dass der TC 1899 Blau-Weiss ausgezeichnetes Tennis spielte und sich diesen Derbysieg verdiente. Beide Mannschaften lieferten Werbung für den Tennissport, für die 2. Bundesliga und für die Berliner Tennis-Community. Es war einer dieser Nachmittage, an denen das Ergebnis zwar zählt, das Erlebnis aber mindestens genauso lange in Erinnerung bleibt.

In der Tabelle rückt der TC 1899 Blau-Weiss auf Platz drei vor. Direkt dahinter folgt der LTTC „Rot-Weiß“. Die Spitzengruppe der Liga liegt weiterhin eng beieinander und verspricht für die kommenden Wochen Hochspannung.

Lange Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht. Bereits am Samstag steht an der Hundekehle die nächste Trainingseinheit auf dem Programm, bevor am Sonntag, dem 26. Juli 2026, ab 11:00 Uhr der HTC Blau-Weiß Krefeld zum nächsten Heimspiel in Berlin gastiert.

Wenn dieses Derby eines eindrucksvoll bewiesen hat, dann dies: Diese Mannschaft gibt sich niemals auf. Genau deshalb lohnt es sich, am Sonntag wieder an die Hundekehle zu kommen. Planen Sie Ihr Frühstück in aller Ruhe, nehmen Sie anschließend am Spielfeldrand Platz und unterstützen Sie unsere Herren. Nach diesem heutigen Berliner Tennisfest haben sie jede Unterstützung verdient.

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