21/09/2026
Der Malerhof - das Haus, in dem ich aufgewachsen bin.
Hier hat mein Vater - alle haben ihn Maler genannt - fast 50 Jahre lang gemalt. Bis zu seinem Tod 2022.
Es gibt kaum einen Menschen, den ich so sehr geliebt habe. Ich konnte und wollte den Malerhof ohne Maler nicht haben.
Stattdessen wollte ich mit meinem Mann durch die Welt reisen und frei sein.
Also übergab ich das Haus einem Makler. Er sollte es verkaufen und ich wollte damit nichts zu tun haben.
Nichts passierte.
Fast 4 Jahre und viele Makler später stand der Malerhof immer noch leer.
Die Wände wurden feucht, das Reetdach durchlässig.
Das Haus brauchte dringend Bewohner, die sich darum kümmern.
Ich war vollkommen überfordert und wollte die Verantwortung für das Haus nicht übernehmen.
Es schmerzte mich zutiefst, das Haus so verfallen zu sehen. Gleichzeitig fehlte uns das Geld für dringend notwendige Reparaturen.
Ich meditierte, manifestierte, machte Loslass-Rituale - doch es half alles nichts.
Dann wurde mein Sohn in der Türkei verhaftet. Wir waren nun noch mehr gefordert, auch finanziell.
Und wir entschieden uns, in den Malerhof zu ziehen. Bis es vielleicht doch mal jemand kauft.
Es fühlte sich erst wie eine Kapitulation an, unser Leben auf Reisen vorerst aufzugeben.
Dann begann ich, das Haus mit anderen Augen zu sehen.
Ich öffnete mein Herz und übernahm die Verantwortung für mein Haus.
Mit wenigen Mitteln machten wir es uns schön.
Und tanzten durch die große Diele.
Ich pflanzte ein Blumen-Meer an - und Tomaten, die nie etwas werden sollten.
5 Tage nachdem wir eingezogen sind, kam ein Pärchen vorbei.
Sie verliebten sich sofort in den Malerhof und wir einigten uns.
Ich durfte einen letzten Sommer auf meinem Malerhof genießen.
Im November übergeben wir das Haus den neuen Eigentümern.
Und ich durfte diesen Sommer lernen, was Annehmen wirklich heißt -
und das Loslassen ohne Annehmen nicht möglich ist.
Ich bin von Herzen dankbar für diese Erfahrung.
Und für diesen letzten Sommer auf dem Malerhof.
❤️🙏❤️