Dr. Ulrich Georg Strauch

Dr. Ulrich Georg Strauch Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Dr. Ulrich Georg Strauch, Sport- und Fitnesstraining, Berlin.

25/09/2026

☝🏼Nicht der Plan entscheidet, sondern Dein tatsächliches Handeln.

> Keynote beim Inlinekongress 2026 in Kassel.

👉🏼 Longevity entsteht nicht durch den perfekten Trainingsplan, sondern durch Adhärenz, also die Fähigkeit, gesundheitsförderliches Verhalten langfristig und konsequent umzusetzen.
Ohne Adhärenz bleibt selbst die beste Evidenz wirkungslos.

Eine zentrale psychologische Grundlage dafür ist die Kohärenz (Antonovsky): Menschen bleiben eher dran, wenn Training verständlich, handhabbar und sinnhaft erscheint.
🔹 Verständlichkeit: Ich verstehe, warum ich genau diese Übung ausführe.
🔹 Handhabbarkeit: Das Training passt realistisch in meinen Alltag und überfordert mich nicht.
🔹 Sinnhaftigkeit: Ich erkenne den persönlichen Nutzen für Gesundheit, Leistungsfähigkeit oder Lebensqualität.
Im Kraft- und Gesundheitstraining bedeutet das: Ein wissenschaftlich perfekter Plan scheitert, wenn er weder verstanden noch umgesetzt werden kann.

👉🏼 Die Aufgabe von Trainer:innen und Therapeut:innen besteht deshalb nicht nur darin, evidenzbasiert zu arbeiten, sondern Inhalte auf das individuelle Wissensniveau, die Motivation und die Lebensrealität der Person zu adaptieren, eine Form professioneller Adaptationskompetenz.

👉🏼 Erst wenn Wissenschaft verständlich wird, entsteht Kohärenz. Und erst aus Kohärenz entwickelt sich nachhaltige Adhärenz, die eigentliche Grundlage von Longevity.

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25/09/2026

…und es ist toll das es so ist. Übrigens mit meinem Sohn ist es auch so. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich der Geilste bin, sondern das lernen am Vorbild immernoch am besten funktioniert.

Meine Kinder machen das absolut freiwillig und ich bin der letzte, der sie zu irgendeinem Sport drängt, weil ich weiß wohin das führen kann.

Aber natürlich stehe ich ihnen mit Rat & Tat zu Seite und freue mich sehr über, die meist seltenen, gemeinsamen Trainings ♥️❗️

25/09/2026

Dein Rad kann 10.000 € kosten, wenn es nicht zu dir passt, bleibt es biomechanisch gesehen trotzdem schlecht.

Ich habe natürlich zu viele Räder aber ob für Ironman, Ultracycling, Stelvio-Klettern oder Freizeitgravel, sie müssen unbedingt zu mir passen und ich vertraue da auf obwohl ich aus Berlin komme. Warum? Weil es eine Kunst ist, denn…

Gutes Material ist im Radsport nicht nur eine Frage von Gewicht, Aerodynamik oder Prestige. Entscheidend ist, wie gut Mensch und Fahrrad biomechanisch zusammenarbeiten.

Sattelhöhe und -position, Cleat-Setup, Reach, Drop, Lenkerbreite und Kontaktpunkte beeinflussen Gelenkwinkel, Muskelrekrutierung, Druckverteilung und letztlich die Kraftübertragung auf das Pedal.

Eine ungünstige Position bedeutet dabei nicht automatisch Verletzung. Aber hohe Wiederholungszahlen, große Trainingsumfänge und geringe Positionsvariabilität können aus kleinen biomechanischen Problemen eine relevante Dauerbelastung machen.

Je länger die Belastung, desto wichtiger wird deshalb nicht nur das Material, sondern dessen individuelle Anpassung an Anthropometrie, Beweglichkeit, Leistungsniveau und Einsatzzweck.

Genau deshalb gehört für mich zu einem neuen Rad ein professionelles Bikefitting – besonders vor meinen Ironmans und Ultracycling - Wettkämpfen unbedingt dazu.

Wenn ich nahezu 81 Stunden in einem Ultrarennen unterwegs bin, werden aus wenigen Millimetern Abweichung tausende ungünstig wiederholte Bewegungszyklen.

Dabei geht es nicht nur um Beschwerdeprävention: Eine funktionelle Position soll gleichzeitig Stabilität ermöglichen, unnötige muskuläre Haltearbeit reduzieren und eine effiziente Kraftübertragung unterstützen.

Und wichtig: Das vermeintlich „perfekte“ Setup aus einer Tabelle ist nicht automatisch dein perfektes Setup. Bikefitting ist kein starres Normwertverfahren, sondern sollte Fahrer, Bewegungsverhalten, Beschwerden, Zielsetzung und Disziplin gemeinsam betrachten.

Gutes Material schafft Voraussetzungen. Professionelle Einstellung macht es zu deinem Material.

Und nein: Mein Bikefitting macht selbstverständlich nicht ChatGPT.

24/09/2026

Hands-on ist mehr als Berührung, es ist präzises Lernen über den Körper.

1. Sportphysiologisch: Taktile Reize erhöhen die propriozeptive Wahrnehmung und verbessern die Gelenkstellungskontrolle (z. B. klare Differenzierung zwischen Lordose und Kyphose im Kreuzheben).

2. Sportphysiologisch: Externe Reize beschleunigen motorisches Lernen, da sie das neuromuskuläre System direkter ansteuern als rein verbale Instruktionen.

3. Sportpsychologisch: Hands-on steigert die Aufmerksamkeitsfokussierung auf relevante Körpersegmente und reduziert kognitive Überlastung.

4. Sportpsychologisch: Körperliche Führung kann Sicherheit und Vertrauen fördern, besonders bei komplexen Bewegungen wie dem Deadlift.

☝🏼Wichtig: Hands-on erfolgt ausschließlich nach vorheriger Zustimmung, respektvoll, transparent und klientenzentriert.

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24/09/2026

4 % deines Tages können die anderen 96 % deutlich verändern:

Eine Stunde Training entspricht rund 4 % eines Tages. Der folgende Auszug der physiologischen und psychologischen Effekte enden aber nicht nach dieser Stunde:

Muskelkraft, Muskelmasse, Knochendichte, Sehnenbelastbarkeit, Gelenkstabilität, Beweglichkeit, Mobilität, Koordination, Gleichgewicht, Reaktionsfähigkeit, Körperkontrolle, Herzleistung, Schlagvolumen, Kapillarisierung, mitochondriale Dichte, Sauerstofftransport, VO₂max, aerobe Leistungsfähigkeit, Belastungstoleranz, Ermüdungsresistenz, Insulinsensitivität, Glukosestoffwechsel, Lipidstoffwechsel, Blutdruckregulation, Gefäßfunktion, Körperzusammensetzung, Energieumsatz, metabolische Flexibilität,
Gehirndurchblutung, Neuroplastizität, kognitive Leistungsfähigkeit, Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, Stressregulation, Stimmung, Selbstwirksamkeit, Schlafqualität, Regeneration, Belastbarkeit, Alltagsenergie, Leistungsfähigkeit, Haltung, Bewegungssicherheit, Sturzprophylaxe, funktionelle Selbstständigkeit,
Sarkopenieprävention, Osteoporoseprävention, kardiometabolische Gesundheit, gesundes Altern, Erhalt körperlicher Leistungsreserven, Lebensqualität… und vieles mehr.

Du trainierst nicht eine Stunde, um diese eine Stunde besser zu machen.

Du investierst 4 % deines Tages, damit dein Körper in den anderen 96 % leistungsfähiger, belastbarer und langfristig funktioneller ist.

23/09/2026

☝🏼Die meisten trainieren zu früh „Mikrozeug“ statt erst makro stark zu werden.

👉🏼Ich nenne das: Vermickymmausierung.
Man verliert sich in Mini-Interventionen, Spezialübungen und Detailmechanismen, obwohl die Basis noch fehlt.

👉🏼Trainingswissenschaftlich gilt:
Fortschritt entsteht zuerst durch fundamentale Belastungsnormative, progressive Überlastung und technisch saubere Mehrgelenkverbundübungen.

👉🏼Kniebeuge. Drücken. Ziehen. Heben. Rotieren. Stabilisieren.
Nicht 17 exotische Varianten mit kaum Übertrag auf Alltag oder Leistung.

👉🏼Sportpsychologisch ist Vermickimmausierung oft ein Aufmerksamkeitsfehler:
Man beschäftigt sich lieber mit komplex wirkenden Details, statt die anstrengenden Grundlagen konsequent zu meistern.

❗️Makro vor Mikro.
Erst robuste Bewegungskompetenz und Belastbarkeit entwickeln, dann spezialisieren.

💪🏼Die Basics sind nicht simpel.
Sie sind entscheidend.

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23/09/2026

Das 10.000 € Rennrad ist schnell gekauft. Eine sportliche Identität leider nicht.

Gerade in der Lebensmitte können Selbstneubewertung, Veränderungswünsche und neue soziale Rollen starke Handlungsimpulse auslösen: „Jetzt werde ich Radsportler.“
Das Problem: Ein emotionaler Impuls erzeugt zunächst Motivation aber noch keine stabile Verhaltensänderung.

Auch teures Equipment kann kurzfristig Commitment suggerieren: Der Kauf fühlt sich bereits wie der erste Schritt zur neuen Identität an.
Für langfristiges Training reicht dieses „Wollen“ jedoch nicht.

Sportpsychologisch braucht Motivation volitionale Strukturen: konkrete Handlungspläne, Routinen, Prioritäten und Strategien für Tage, an denen die Motivation fehlt.

Entscheidend ist außerdem die Qualität der Motivation: Autonome Motive wie Freude, Kompetenz und persönliche Bedeutsamkeit sind langfristig tragfähiger als Status, Ästhetik oder sozialer Vergleich.

Besonders stabil wird Verhalten, wenn Sport zunehmend Teil des eigenen Selbstbildes wird: nicht „Ich sollte Rad fahren“, sondern „Ich bin jemand, der regelmäßig Rad fährt.“
Dazu braucht es wiederholte Erfahrungen von Kompetenz, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit, nicht zwingend das nächste Carbon-Upgrade.

Für Trainer:innen bedeutet das: Nicht nur Trainingspläne schreiben, sondern Gewohnheiten, Identifikation und realistische Umsetzung mitentwickeln.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wie motiviert bist du heute?“
Sondern: „Welche Struktur trägt dein Training an dem Tag, an dem du überhaupt keine Lust hast?“

Denn nachhaltiger Sport beginnt mit Motivation, stabil wird er durch Volition, Gewohnheit und Identität.

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23/09/2026

☝🏼„Trainieren Frauen wirklich komplett anders als Männer? Die Evidenz sagt: weniger, als viele glauben.“

👉🏼Ja, es gibt physiologische Unterschiede, z. B. in Beckenmorphologie, Hormonprofil oder der individuellen Reaktion auf den Menstruationszyklus.
Aber daraus lassen sich keine universellen Trainingsregeln ableiten.
Gerade zyklusbasierte Empfehlungen zeigen in der Studienlage eine hohe interindividuelle Variabilität, Einzelfall statt Pauschalisierung.

👉🏼 Die größten Determinanten für Kraftentwicklung bleiben Trainingsprinzipien wie progressive Belastungssteigerung, Volumen, Intensität und Regeneration.
Geschlecht erklärt dabei oft deutlich weniger Varianz als Trainingsstatus, Erfahrung oder individuelle Biologie.

👉🏼 Psychologisch birgt die Überbetonung geschlechtsspezifischer Unterschiede zudem Risiken: Sie kann Erwartungen formen, Selbstwirksamkeit einschränken und unnötige Trainingsbarrieren erzeugen.
Wissenschaft bedeutet deshalb nicht, Unterschiede zu ignorieren, sondern ihre praktische Relevanz realistisch einzuordnen.
Individualisierung schlägt Generalisierung. Immer.

💪🏼 Trainiere evidenzbasiert, nicht hypebasiert !

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22/09/2026

MASCHINE ODER FREI?

Gerätetraining und komplexes freies Training sind keine Konkurrenten, sie erzeugen unterschiedliche Trainingsreize.

Gerätetraining – Vorteile:

1. Hohe lokale Belastbarkeit: Durch externe Stabilisierung kann der Zielmuskel gezielt und nah an die muskuläre Ermüdung geführt werden.
2. Geringere koordinative Anforderungen: Technik und Gleichgewicht limitieren die Kraftentwicklung weniger, besonders relevant bei Einsteiger:innen, Rehabilitation oder gezielter Hypertrophie.

Gerätetraining – Nachteile:

1. Vorgegebene Bewegungsbahnen reduzieren Freiheitsgrade und damit Anforderungen an Stabilisation und intermuskuläre Koordination.
2. Der Transfer auf komplexe Alltags- und Sportbewegungen kann geringer sein, wenn überwiegend isoliert trainiert wird.

Komplexes freies Training – Vorteile:

1. Mehrgelenkige Bewegungen trainieren Muskelketten, Rumpfstabilität und das koordinierte Zusammenspiel mehrerer Muskelgruppen gleichzeitig.
2. Höhere Anforderungen an Gleichgewicht, Propriozeption und neuromuskuläre Kontrolle können den Transfer auf komplexe Bewegungsaufgaben verbessern.

Komplexes freies Training – Nachteile:

1. Die Zielmuskulatur ist nicht immer der leistungsbegrenzende Faktor – Technik, Griffkraft oder Stabilität können vorher limitieren. Das kann dann im Sinne der Sicherheit riskanter sein.
2. Mit steigender Komplexität steigen Lernaufwand und Anforderungen an Belastungssteuerung und Bewegungskompetenz.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Gerät oder frei?“, sondern: Welches Trainingsziel soll mit welcher Übung möglichst spezifisch erreicht werden?

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