26/09/2026
LOTG – Leader of the Group 25.09.2026
1. Anlass und Ziel
Das Treffen diente der Verdichtung des bisherigen Lehrgangsstoffs. Es sollte nicht eine weitere Sammlung von Methoden entstehen, sondern ein gemeinsames Verständnis dafür, wie "Technik", Wahrnehmung und Handlung zusammenhängen.
2. Zentrale Erkenntnis des Abends
Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich:
Es geht nicht darum, immer mehr Übungen und Techniken zu sammeln.
Es geht darum, Muster zu erkennen.
Techniken bleiben Werkzeuge. Entscheidend ist die Fähigkeit, Strukturen zu erkennen, Zusammenhänge zu ordnen und daraus eine klare Richtung abzuleiten. Wer nur sammelt, bleibt in der Breite. Wer Muster erkennt, gewinnt Tiefe und Steuerungsfähigkeit.
3. Schwerpunkt: Angriffsarten als Denkmodell
Besonders spannend und lehrgangsprägend waren die folg. drei Vergleiche:
Fläche
Breite, diffuse Belastung. Viele Reize gleichzeitig, unklare Priorität, hoher Geräuschpegel. Hier gilt: das Feld ordnen, Aufmerksamkeit bündeln, nicht überall gleich stark reagieren.
Schnitt
Trennung, Unterbrechung, gezielte Linie durch ein bestehendes System. In der Anwendung: Verbindungen erkennen, wo etwas auseinanderfällt oder bewusst getrennt werden muss – und welche Schnittstelle Halt braucht.
Punkt
Präziser, verdichteter Impuls auf eine Stelle. Auf den Punkt: den entscheidenden Hebel finden, statt Energie zu verteilen. Weniger Bewegung, mehr Treffsicherheit.
Diese drei Formen wurden nicht als "Technik" im engeren Sinn behandelt, sondern als Blaupause für Fluss, Konflikt und Intervention im Alltag.
4. Übertragungbarkeiten
Aus der gemeinsamen Auswertung ergaben sich folgende Leitlinien:
Zuerst das Muster erkennen, dann die Technik wählen.
Fläche verlangt Übersicht, Schnitt verlangt Urteil, Punkt verlangt Mut zur Verdichtung.
Mehr Übungen ohne Mustererkennung erzeugen nur Scheinsicherheit.
Wirksamkeit entsteht, wenn Wahrnehmung, Entscheidung und Handlung auf derselben Linie liegen.
"Ohne Selbsterkenntnis, ohne das Funktionieren seines Körpers zu verstehen, kann der Mensch nicht frei sein, er kann sich nicht selbst regieren und bleibt stets ein Sklave."
G.I. Gurdjieff Weniger anzeigen