27/09/2026
Einmal im Jahr zum Herz-Check-up. Und was passiert an den anderen 364 Tagen?
In der kardiologischen Praxis erlebe ich immer wieder Menschen, die sehr gewissenhaft zu ihrer jährlichen Kontrolle kommen.
Blutdruck kontrollieren. Cholesterin bestimmen. Risikofaktoren erkennen. Je nach individueller Situation weitere Untersuchungen.
Vorsorge? Unbedingt.
Und gleichzeitig erzählen mir Menschen, wie schwierig es manchmal schon ist, überhaupt diesen einen Termin in einen Alltag zu quetschen, der von Beruf, Familie, Verpflichtungen und ständigem Funktionieren bestimmt wird.
Und genau da beginnt für mich ein wichtiger Teil von Gesundheitsförderung.
Denn Herzgesundheit findet nicht nur beim Check-up statt.
Sie findet vor allem in den 364 Tagen dazwischen statt.
In der Art, wie wir uns bewegen und ernähren. Wie wir schlafen und uns erholen. Ob wir rauchen.
Und auch darin, ob unser Alltag unserem Körper überhaupt noch echte Erholungsphasen lässt – oder ob wir von morgens bis abends einfach funktionieren.
Anhaltender Stress ist dabei nicht einfach nur ein unangenehmes Gefühl.
Wenn unser Körper über längere Zeit immer wieder in Aktivierung ist und echte Erholungsphasen fehlen, kann das direkt und indirekt unsere Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinflussen – unter anderem über Blutdruck und autonome Regulation, aber auch über Schlaf, Bewegung und andere gesundheitsrelevante Verhaltensweisen.
Das bedeutet nicht, dass wir Stress einfach „vermeiden“ müssen.
Unser Leben lässt sich nicht auf Knopfdruck stressfrei machen.
Aber wir können lernen, Belastung früher wahrzunehmen, unsere Reaktionen darauf besser zu verstehen und Erholung und Regulation genauso selbstverständlich als Teil unserer Gesundheitsvorsorge zu betrachten wie den jährlichen Check-up.
Denn Prävention bedeutet für mich nicht nur, Risiken rechtzeitig zu erkennen.
Sondern die 364 Tage dazwischen aktiv für unsere Gesundheit mitzugestalten.