20/04/2026
In Unterzahl zur „Überraschung“ der Runde
SV Angerberg : SPG Alpbachtal 6 : 5 (4 : 2)
Schiedsrichter: Cihan Islak
Zuseher: 100
Tore für Angerberg:
Anna Osl (23.)
Julia Billa (24., 40.)
Judith Bacher (44., 55.)
Antonia Rangetiner (84., EM)
Ergebnistechnisch können die Frauen mit der Männer Champions League durchaus mithalten, ja sogar noch überbieten. Was ist da schon ein 4 : 3 Sieg von Bayern München gegen Real Madrid? Spaß beiseite, aber was uns die Frauen beider Teams an diesem Freitagabend gezeigt haben, war für Amateurfußball schon sehr „vorzeigereif“. Sehr hohes Tempo, rassige Zweikämpfe, zahlreiche Torraumszenen und 11 Treffer – Werbung für den Frauen-Fußballsport.
Die Kurzversion dieses Spieles würde sich folgendermaßen lesen: Angerberg zieht mit hoher Qualität auf 4 : 1 davon, die SPG Alpbachtal gleicht mit hoher Qualität zum 5 : 5 aus, der SV Angerberg – in Unterzahl - schickt mit dem 6 : 5 den Tabellenführer in das „Tal der Tränen“.
Hiobsbotschaft vor dem Spiel bei den SVA-Damen – Torfrau Elena „Gigi“ Barbieri meldet sich krankheitsbedingt ab. So musste Feldspielerin Lea Naus den „Kasten“ hüten. Und dies machte sie hervorragend. Darüber hinaus konnte der SVA in Bestbesetzung spielen, auch die JJ-Mother-Offensive stand am Platz. Von Beginn an entwickelte sich ein hochstehendes, temporeiches und zweikampfintensives Spiel. Angerberg kam in dieser Phase des Spieles zu den besseren Tormöglichkeiten. In Minute 23 war es dann so weit. Anna Osl „zirkelte“ einen Freistoß in den Strafraum, der dann plötzlich in den Maschen zappelte. Das vielumjubelte 1 : 0. Dem nicht genug gelang dem SVA ein Doppelschlag. Eine Minute später erzielte Julia Billa nach schöner Kombination das 2 : 0. Doch der Tabellenführer zeigte sich davon unbeeindruckt und erzielte nach einem schön gespielten Angriff den 2 : 1 Anschlusstreffer. Beide Teams suchten weiterhin das Glück in der Offensive und dieses stellte sich in der 40.Minute wieder für den SVA ein. Einen herrlichen Spielzug vollendete Judith Bacher zum 3 : 1. Und 3 Minuten später erhöhte dieselbe Spielerin sogar auf 4 :1. Man glaubte schon mit diesem Ergebnis in die Pause zu gehen, als die Gäste im Anschluss an einem Eckball noch auf 4 : 2 verkürzen konnten. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten getauscht. Die Gäste kamen in Halbzeit 2 früher in Fahrt als die Heimmannschaft. Binnen zweier Minuten wurden von beiden Mannschaften 3 weitere Treffer erzielt. Zunächst verkürzte die SPG Brixlegg mit einem schönen Kopfballtreffer nach einem Eckball auf 4 : 3. Judith Bacher stellte eine Minute später aus einem Konter den 2-Tore Vorsprung wieder her, ehe die Gäste mit Treffer Nummer 4 zum 5 : 4 verkürzten. Dann die 60.Minute – die Gäste griffen an, die Stürmerin der SPG wurde von Torfrau Lea Naus „von den Beinen“ geholt. Klares Foul, Strafstoß geht voll in Ordnung, aber die rote Karte nach minutenlanger Unklarheit war dann doch ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Den „Elfer“ verwertete die SPG zum 5 : 5 Ausgleich. Anstelle der ausgeschlossenen Lea Naus streifte sich Kathi Pfandl das Torfrautrikot über und hütete das SVA-Gehäuse. Wie wird der SVA nun reagieren? Irgendwie wurden bei den Spielerinnen zusätzliche Reserven geweckt. Es wurde noch mehr gekämpft und interessanterweise konnte die SPG Alpbachtal ihre numerische Überlegenheit in nichts Zählbares umsetzen. Der SVA hielt das Spiel offen und Kathi Pfandl im Tor zeigte, dass sie den Ball nicht nur mit den Füßen, sondern auch mit den Händen sehr gut im Griff hat. Der SVA stellte sich nicht nur hinten hinein, sondern versuchte auch immer wieder in der Offensive, trotz einer Frau weniger, Akzente zu setzen. Und dies wurde in der 84.Minute belohnt. Julia Billa spielte sich frei, ihr Schuss wurde von der gegnerischen Abwehrspielerin im Strafraum mit der Hand abgewehrt. Strafstoß für den SVA. Die Kapitänin persönlich, Antonia Rangetiner, übernahm die Verantwortung, aktivierte ihre Nerven aus Stahl, schickte die Torfrau in die falsche Ecke und schob zum vielumjubelten 6 : 5 Führungstreffer ein. Mit Nachspielzeit waren noch 10 Minuten zu spielen. Die Gäste versuchten den neuerlichen Ausgleich zu erzielen. Es wurde auch nochmals brenzlig, doch Torfau Kathi Pfandl hielt ihren Kasten rein. So überstand man diese Phase und siegte schlussendlich mit 6 : 5. Man kann sich vorstellen, wie groß der Jubel unserer Spielerinnen ausfiel.
Ein riesengroßes Lob an unsere gesamte Mannschaft für dieses tolle Spiel. Auch die Einwechselspielerinnen, für die es gar nicht leicht war in dieses Spiel zu finden, überzeugten voll und ganz. Lisa Steinberger, Lea Egger und unsere beiden Nachwuchstalente Eva Bindhammer und Larissa Geiger konnte ihr Können unter Beweis stellen.
Wir gratulieren auch dem Trainerteam – Tom Reinsberger und Max Angerer, die das Team hervorragend eingestellt haben.
Kleine, persönlich Anmerkung: Leider konnte die Schiedsrichterleistung mit dem Niveau des Spieles nicht mithalten. Zahlreiche, für Zuseher und Spielerinnen unverständliche Entscheidungen, riefen Kopfschütteln hervor.
Angerberg spielte mit folgendem Kader:
Lea Naus (Tor) – Anna Osl, Vanessa Lettenbichler, Kathi Pfandl, Antonia Rangetiner – Marie Wiesinger, Anna Sieberer, Mira Schnellrieder (Eva Bindhammer), Matthäa Schnellrieder (Lisa Steinberger), Julia Billa (Larissa Geiger) – Judith Bacher (Lea Egger)
Nicht eingesetzt: Melissa Horngacher
Das nächste Spiel unserer Damen lässt nicht lange auf sich warten. Das Derby steht an – am kommenden Freitagabend spielt man im Erlenaustadion in Oberlangkampfen. Spielbeginn ist um 20 Uhr. Die Mannschaft würde sich freuen, wenn sie von zahlreichen Fans begleitet würde.
Am Freitag 1.Mai wird das Cup-Spiel gegen Lechaschau nachgetragen. Und am Sonntag darauf, dem 3.Mai, steigt das nächste Heimspiel – um 17.30 Uhr gegen den FC Vomp.
Bericht: Thomas Schnellrieder